Im Frühjahr 1904 erfolgte die Grundsteinlegung der stolz über Wilhelmsthal thronenden Kirche . Am 19. September 1905 wurde das Gotteshaus von Erzbischof Friedrich Philipp von Abert eingeweiht. Die Kirchenstiftung hatte damals keine Kosten gescheut, zur Ehre Gottes am Eichsberg eine Kirche würdig auszustatten und dem „ärmsten Dorf Bayerns“ zur Verfügung zu stellen.

Die neugotische Innenausstattung der Pfarrkirche wurde in der Schnitzer- und Malerwerkstatt von Ferdinand Stuflesser in St. Ulrich im Südtiroler Grödnertal angefertigt. Große Kunst sind die wunderbar gestalteten Fenster, die die Botschaft des Engels am leeren Grab sowie die Auferstehung und die Erscheinung des Herrn zeigen. Die beiden seitlichen Fenster illuminieren den Raum in Blautönen. Die Farbgebung aller Fenster beruht in der Hauptsache auf den Farben Blau und Rot. Zusammengenommen spiegeln diese Farben die Einheit von Liebe und Weisheit in Gott.

Zeitgleich mit dem Kirchenbau wurde auch das Pfarrhaus errichtet und mit dem Bau des Schwesternhauses begonnen. Obwohl sich der Transport des gesamten Baumaterials äußerst schwierig gestaltete, wurden die drei imposanten Gebäude in bemerkenswert kurzer Zeit erstellt. Dies lag vor allem daran, dass alle Wilhelmsthaler mit Hand anlegten und bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gingen.

Neben den körperlichen Strapazen kamen erhebliche finanzielle Belastungen auf die Einwohner zu. Erzbischof Dr. Jakobus von Hauck erhob die Kuratie St. Josef Wilhelmsthal mit Wirkung vom 1. Juli 1937 zur selbstständigen Pfarrei.

Umfassende Sanierung

Die letzte große Kirchensanierung begann Ende der 1990er Jahre; sollte doch das Gotteshaus zum 100-jährigen Kirchweihfest 2005 wieder in ursprünglicher Pracht erstrahlen. Rund 20 Jahre später haben starke Beschädigungen weitere Maßnahmen dringend erforderlich gemacht. Diese betreffen insbesondere die durch Frost- und Witterungsschäden stark in Mitleidenschaft gezogene Außenfassade sowie Teilbereiche im Kirchinneren. Auch einige Fenster wiesen zum Teil deutliche Ausbrüche aus. Im Innenbereich erfolgten vor allem Energiesparmaßnahmen.

Die Sanierung stellt für die Kirchenverwaltung einen großen Kraftakt dar. Deswegen ist man für Spenden seitens der Bevölkerung sehr dankbar.

Geweiht ist die Kirche dem Heiligen St. Josef, der auch Patron der Ehepaare und Familien, der Jungfräulichkeit, der Zimmerleute, der Sterbenden und bei Wohnungsnot ist. Die Wilhelmsthaler laden zu den Feierlichkeiten herzlich ein. Die Trachtenkapelle spielt am Samstag heute von 16 bis 19 Uhr sowie morgen ab 13.30 Uhr jeweils auf dem Festplatz zum traditionellen Kirchweih-Ständchen auf. hs