Ludwigsstadt  —  Städtebauförderung wirkt vor Ort – das wurde am Wochenende in Lauenstein besonders anschaulich dargestellt. Erster Bürgermeister Timo Ehrhardt hatte anlässlich des Tages der Städtebauförderung zum Baustellenspaziergang durchs „Untere Dorf“ eingeladen.

Auf der im Jahr 2014 mit Städtebaufördermitteln finanzierten Buswendeschleife trafen sich rund 50 interessierte Lauensteiner, um die aktuellen städtebaulichen Projekte in Augenschein zu nehmen. Auch die vor Ort tätigen Planer spazierten mit und informierten über ihre Projekte. Als Vertreter des Landrats nahm Gerhard Löffler an der Tour teil.

Acht Stationen konnten auf kurzem Wege abgegangen werden. Die Tour führte zunächst durch die Orlamünder Straße. Dort sind die Veränderungen der letzten Jahre besonders deutlich. Zahlreiche Gebäudebrachen wurden seit 2017 entnommen. Erster Bürgermeister Timo Ehrhardt erläuterte hierzu die strategische Ausrichtung. Diese beruht auf den Vorbereitenden Untersuchungen zur Stadtsanierung und einer vertiefenden Rahmenplanung. „Dank der Förderoffensive Nordostbayern des Freistaates Bayern konnten wir die Umsetzung wesentlich schneller voranbringen als anfänglich gedacht“, so das Stadtoberhaupt. Durch einen Fördersatz von 90 Prozent seien mehr Maßnahmen parallel im Stadthaushalt finanzierbar gewesen.

Im Spätsommer rücken die Bagger an

Auf dem Burgbräu-Areal erläuterte Ehrhardt den weiteren Zeitplan: „Aktuell laufen die letzten Abstimmungen für die Ausschreibung der Stützmauer an der B 85 und die Freiflächengestaltung“. Verzögerungen habe es durch den krankheitsbedingten Ausfall eines Planers gegeben. Alles, was aktuell auf dem Areal an Haufwerken vorhanden ist, sei für den Einbau vorgesehen: „Wir haben gezielt bereits einbaufähiges Material anfahren lassen“. Im Spätsommer sollen dann wieder die Bagger anrücken.

Vorbei am Neubau eines Einfamilienwohnhauses und am neu entstandenen Parkplatz des örtlichen Friseursalons ging die Tour weiter Richtung Parkscheune. Dort nahmen die Teilnehmer die entstandenen Anwohnerstellplätze in Augenschein. Iris Bracke (B.A.) vom Büro Müller-Architekten informierte über die Planungsgedanken, die für das besondere Design des Gebäudes eine Rolle spielten: „Wichtig war uns, den Blick zur Burg Lauenstein nicht zu stören, deshalb auch das asymmetrische Dach“. Zudem sollte das Gebäude einerseits den Raumbedarf decken, andererseits aber das Ortsbild nicht überfrachten.

Erster Bürgermeister Timo Ehrhardt betonte an der Stelle die großartige Unterstützung durch die Regierung von Oberfranken. „Die Zusammenarbeit mit unseren Ansprechpartnern im Sachgebiet für Städtebauförderung ist konstruktiv und unkompliziert“, so Ehrhardt. Dabei gehe es nicht nur um die Bereitstellung von Zuschüssen, sondern auch um die Beratung in städtebaulichen Fragen. Anfangs sei man noch skeptisch gewesen, wenn vonseiten der Regierung Konzepte verlangt wurden. Es habe sich aber gezeigt, dass dies der richtige Weg ist, um sich strategisch auszurichten. „Wir hatten den Masterplan, und dann kamen mit der Förderoffensive Nordostbayern die Finanzmittel“, freute sich der Erste Bürgermeister.

Bausubstanz soll erhalten werden

Letzter Stopp der Tour waren die gemeindeeigenen Objekte am Anger. Dort erläuterte Architekt Renee Lorenz von [lu:p] Architektur als Entwurfsplaner das architektonische Gesamtkonzept. Man habe dabei viel Wert auf die Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz gelegt, um der historischen Bedeutung der Objekte als Alte Schule und ehemaliges Rathaus gerecht zu werden. Architekt Dr. Joachim Neumann, der die Bauüberwachung inne hat, informierte über den aktuellen Baustand. Im Juni sollen die Wohnungen im Alten Rathaus bezugsfähig sein. Im Anschluss starten die Umbauarbeiten am ehemaligen Kindergarten zum Kultur- und Vereinshaus.

Abschließend fasste Erster Bürgermeister Timo Ehrhardt die Veränderungen, die das Untere Dorf dank Städtebauförderung erfährt, in einer Zahl zusammen: sechs Millionen Euro – so hoch ist das Investitionsvolumen der vorgestellten Projekte. Die Mittel seien gut angelegt und trügen maßgeblich zur innerörtlichen Entwicklung bei. Bestes Beispiel dafür war das sich anschließende Event auf der mit Städtebaufördermitteln finanzierten Buswendeschleife: Die Kirchweihgesellschaft nutzte das Areal am Tag der Städtebauförderung , um ihren Pizzawagen einzuweihen und die Ortsgemeinschaft kam zusammen.