Reinhard Neft, der Vorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, war wegen des personellen Wechsels an der Spitze des Nordhalbener Forstbetriebs im Landkreis Kronach zu Gast. Dabei ging er auch auf die großen Herausforderungen ein. Besonders hart treffe den Frankenwald der Klimawandel.

So zeige die Waldklimastation in Rothenkirchen auf, dass wir in diesem Jahr den trockensten Sommer seit 80 Jahren hatten. Trotz erheblicher Schadholzmengen seien aber keine großen Kahlflächen vorhanden. Neft war überzeugt, dass aufgrund der Energiekrise der nachwachsende Rohstoff Holz wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Zwar mache das Brennholz nur 15 Prozent des Holzeinschlags aus – das übrige Holz werde überwiegend als Industrie- und Bauholz verarbeitet – aber man versuche, mehr Brennholz anzubieten.

Der scheidende Forstamtsleiter Fritz Maier (Nordhalben) sprach von rund 100.000 Festmetern an Rundholz pro Jahr, die überwiegend regionalen Sägewerken zur Verfügung gestellt werden.

„Wasser und Wald haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Brennpunktthema entwickelt“, erklärte Maier weiter. Die Zurückhaltung von Regenwasser und gleichzeitig die Durchgängigkeit der Fließgewässer sei zwar mit Bypass-Lösungen bei Tümpeln und Teichen überwiegend realisiert. Jetzt werde es aber darum gehen, Regenwasser noch mehr auf der Waldfläche versickern und nicht so schnell abfließen zu lassen.

Er wies zudem darauf hin, dass zum Schutz der Wälder vor dem Borkenkäfer, der Forstbetrieb Nordhalben auch enge Kontakte zu den Waldbesitzervereinigungen pflege. „Nur wenn sich Staatswald und Privatwald gegenseitig schützen, können Wälder zukunftsfähig gestaltet werden.“

Mit einem gewissen Stolz sprach er davon, dass in den vergangenen Jahren der Bestand des Schwarzstorchs stabilisiert werden konnte. Auch die Wildkatze und mehrere Luchse nutzen den Frankenwald als Lebensraum. Zudem ist der Biber aktiv und der Fischotter angekommen. vs