Eine breite Palette an historischen Themen greift die Bezirksgruppe Kronach des Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) in ihrem Jahresprogramm 2021/22 auf. Aktuell zählt der Geschichtsverein über 1700 Mitglieder, der in 17 Gruppen organisiert ist. Alljährlich bemühen sich die Verantwortlichen um ein attraktives Angebot. Die Bezirksgruppe Kronach mit ihren 130 Interessenten leitet mittlerweile seit fast drei Jahrzehnten engagiert Diplomhistoriker Rudolf Pfadenhauer aus Küps. Wie in der Vergangenheit, so ist es auch diesmal gelungen, fachkundige Referenten zu gewinnen, die ihren Zuhörern ein facettenreiches Bild der Geschichte – örtlich oder regional – näher bringen. Die Vorträge finden in der Volkshochschule Kronach , Kulmbacher Straße 1, jeweils an einem Samstag ab 15 Uhr statt.

Hochinteressant ist gleich der Auftakt am Samstag, 23. Oktober, mit Natalie Gutgesell aus Bad Staffelstein. Sie wird über die Queen Victoria im Schloss Rosenau berichten.

Und das sind die weiteren Themen beim Kronacher CHW: Am 13. November folgt der Vortrag von Toni Eckert, Ebermannstadt. „Die Burgen der Fränkischen Schweiz“. Am 4. Dezember referiert Joachim Andraschke, Bamberg, über die „Ortsnamen des Frankenwaldes, Leitfossilien der Geschichte“.

Das Rätsel der Türme

Am Samstag, 15. Januar, hält Professor Klaus van Eickels aus Bamberg den Vortrag „Seuchen in der Geschichte“. Und am 5. Februar befasst sich der Stockheimer Hobbyarchäologe Gregor Förtsch mit dem viel diskutierten Thema „ Kronach von seinem Ursprung bis zur Stadtgründung.“ Die von ihm aufgespürten salierzeitlichen Türme am Eichelsbach zwischen Friesen und Birkach geben immer noch Rätsel auf. Bei den archäologischen Ausgrabungen seit 1998 sind interessante Erkenntnisse gewonnen worden, die unter anderem die Kronacher Stadtgeschichte in ihren Anfängen berühren. So lassen sich vom 9. bis zum 14. Jahrhundert die Spuren intensiver Siedlungstätigkeit zwischen Friesen und Birkach anhand teils sensationeller Funde zurückverfolgen.

Am 19. Februar ist Adrian Roßner , Zell i. Forst , in Kronach zu Gast, der über „Teufelsapfel und Gottesgeschenk, wie die Kartoffel zu uns kam“ berichten wird. Ein weiterer interessanter Vortrag steht am Samstag, 19. März, mit Johannes Staudenmaier aus Bamberg auf dem Programm. Sein Thema lautet: „Grenzziehung und Grenzkonflikte. Die Landesaufnahme des Hochstifts Bamberg unter Kartograf Petrus Zweidler“, 1570 in Teuschnitz geboren.

Das CHW, im Jahre 1924 gegründet, zählt zu den großen fränkischen Geschichtsvereinen . Sitz ist Lichtenfels und als Vorsitzender fungiert Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold. Neben Vorträgen, Exkursionen und Seminaren ist das CHW durch seine Schriften bekannt geworden. Die vielbändige Reihe „Geschichte am Obermain“ ist eine Fundgrube für alle Geschichtsinteressierten. Eine Schatzkammer ist aber auch die umfangreiche CHW-Bücherei, die in der Kreisbiliothek Kronach zu finden ist. An 30 Orten veranstaltet der Geschichtsverein alljährlich über einhundert Vorträge und Exkursionen. Vor allem will das CHW das Gespräch zwischen allen fördern, denen die regionale Geschichte etwas bedeutet.