Zum Schuljahr 2021/22 geht die oberfränkische Berufsfachschule für Musik in Kronach mit einer neuen Fachrichtung an den Start. Neben den Fachrichtungen Klassik und Kirchenmusik kann auch die Richtung Volksmusik belegt werden. Deren Stundentafel ist um drei Fächer erweitert: die Theoriefächer "Geschichte der Volksmusik " und "Grundlagen musikalischer Volkskunde" sowie der fachpraktische Unterricht auf einem dritten Instrument.

Bezirkstagspräsident Henry Schramm , Vorsitzender des Zweckverbands, mit dem der Bezirk Oberfranken und der Landkreis Kronach den Sachaufwand der Schule gemeinsam tragen, begrüßt diesen Ausbau des Unterrichtsangebots als längst überfällige Verknüpfung verschiedener musik-, kultur- und heimatpflegerischer Förderengagements des Bezirks. Auch Landrat Klaus Löffler ist begeistert, neben dem Aufbau eines Hochschulangebots durch den Lucas-Cranach-Campus nun einen weiteren Mosaikstein mit Seltenheitswert anbieten zu können.

Bisher nur in Altötting

Bislang nämlich existiert die Fachrichtung " Volksmusik " einzig an der oberbayerischen Berufsfachschule für Musik in Altötting. Nachdem sie dort in der Ausprägung "Bairische Volksmusik " angeboten wird, soll der Fokus in Kronach nun einerseits auf der fränkischen Volksmusik liegen sowie andererseits auf den Volksmusiken anderer Ethnien, Länder und Kontinente. Die Schüler der neuen Abteilung erwartet also nicht nur eine fundierte Vermittlung fränkischer Kultur-schätze, sondern auch das spannende Experiment einer ergebnisoffenen Kombination und Verschmelzung fränkischer Musik mit musikalischen Stilelementen aus aller Welt.

"Musikalischer Kraftort"

Was unter Bezeichnungen wie "Crossover", "Weltmusik", "Neue Volksmusik ", "Volxmusik" oder "Tradimix" auf dem Musikmarkt schon seit geraumer Zeit Furore macht, soll nun auch für den fränkischen Norden Bayerns einen "musikalischen Kraftort" erhalten.

Schulleiter Burkhart M. Schürmann liegt dieser kreative und experimentelle Aspekt besonders am Herzen, und deshalb können als Hauptfach alle Instrumente belegt werden, die auch in der Fachrichtung Klassik möglich sind. Eine Beschränkung auf volksmusikalische Spezialinstrumente wie Hackbrett, Zither oder Akkordeon kam für ihn nicht infrage. "Wenn wir das Neue in Stil, Form und Klang suchen, dann müssen wir natürlich zulassen, dass diese Art der neuen Volksmusik auch mit Bratsche, Fagott oder Violoncello musi-ziert werden kann." Mit etwas Glück entwickelt sich also die oberfränkische Berufsfachschule für Musik in den nächsten Jahren zu einem Kreativ-Labor der Neuen Volks- und Weltmusik. red