Mit seinem neuen Programm „La Guitarra del Sur“ (Die Gitarre des Südens) trat Stefan Grasse beim heiß ersehnten ersten Saisonkonzert auf. Im Rahmen des „Kronacher Sommers“ war der Musiker in den Weißen Saal des Mitwitzer Schlosses gekommen.

In seiner ruhigen Art stelle er sein Programm, das Träume, südliche Lebensfreude und Fernweh zum Klingen brachte, vor. Der weit gereiste Gitarrist erzählte von den Zusammenhängen seiner Stücke und breitete eine Stilvielfalt aus, die staunen ließ. Die Palette der Stücke reichte dabei von „Triste“ von Antonio Carlos Jobim , das Lebensfreude, aber auch Traurigkeit erkennen ließ, bis hin zum „Brisa Andaluza“, dem traditionellen Flamenco Solo.

Im Programm hatte der in München geborene Interpret auch die „schwarze Perle“ und „Festa Lariane“ von Luigi Mozzani. Der Italiener hat Oboe gespielt und ist später nach New York ausgewandert. Von seinem Lieblingskomponisten Francisco Tarrega, der auch für Johann Sebastian Bach gearbeitet hat, spielte Stefan Grasse „Capricho Arabe“. Er wurde bei all den Stücken seinem Ruf als Gitarrenkünstler mit Attributen wie mitreißend, virtuos, gefühlvoll und berührend gerecht. Auch seine weiteren Stücke wie etwa der Tango der „schwarzen Katze“ oder „Verano Porteno“ von Astor Piazzolla , der den Sommer im Hafen von Buenos Aires widerspiegelt, weckten Sehnsüchte nach sonnendurchfluteten Landschaften und ließen die Seelen des ausgewählten Publikums in den Urlaub fliegen.

Eingangs hatte Gisela Lang den Gast begrüßt und auf seine über 3000 Konzerte weltweit sowie die bisherigen 18 CD-Produktionen verwiesen. Der vom Lavendel ausgehende Blumenduft konnte aufgrund der Maskenpflicht nicht in vollem Umfang genossen werden. Dafür stellte er das südliche Flair im weißen Saal des Wasserschlosses dar.

Stefan Grasse wurde 1962 in München geboren. Der Interpret und Komponist erhielt dort Unterricht in klassischer Gitarre bei Ales Andryszak und Leonard Anatol Regnier. Parallel hierzu studierte er von 1979 bis 1982 Jazzgitarre bei Peter O’Mara an der Jazz School München und wurde deren jüngster Absolvent . Danach studierte er in Nürnberg klassische Gitarre zunächst bei Zdenka Schulz (1984 – 1986) und schließlich bei Kurt Hiesl (1986 – 1990) am Meistersinger-Konservatorium der Stadt Nürnberg.

1989 und 1990 besuchte er die Sommerkurse für klassische Gitarre bei Pepe Romero an der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg. Sein Studium schloss er mit dem Certificate of Postgraduate Studies 1990 bis 1991 bei Phillip Thorne an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow ab.

Während des Studiums erhielt Stefan Grasse Stipendien des Bayerischen Rundfunks , den „Guitar Challenge Prize 1991“ der Royal Scottish Academy und den „Scottish Society of Compossers Award 1991“.

Außerdem wurde er mit Kulturförderpreisen der Stadt Nürnberg und des Bezirks Mittelfranken sowie mit dem Kulturpreis des Kulturforums Franken ausgezeichnet.