Bei ihr laufen alle Fäden zusammen: Die langjährige Leiterin des Blutspendedienstes Kronach , Ute Weigelt, organisiert die Termine von der Verpflegung bis zur Registrierung der Spender . Nun – mit 79 Jahren, davon 46 Jahre ehrenamtlich in treuen Diensten des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) – gibt die Kronacherin zum Jahresende ihr Amt ab. Im kleinen Rahmen, aber umso herzlicher wurde der Blutspendedienst-Chefin für ihre Verdienste gedankt.

„Der Name Ute Weigelt ist untrennbar mit dem Blutspendedienst verbunden“, würdigte Ralf Schmidt bei der Abschiedsfeier in der Waldschänke im Stübental im Beisein von BRK-Funktionsträgern sowie des Kronacher Blutspendeteams. In den vergangenen zehn Jahren, seitdem er hauptberuflich das Amt des BRK-Ehrenamtsmanagers bekleidet, habe man gemeinsam viele Hochs und manche Tiefs erlebt. Vor allem aber habe man vielen Menschen helfen und einen großen Beitrag für die Gesellschaft leisten können; könnten doch – trotz der intensiven Forschung – funktionsfähige Blutzellen nach wie vor nicht künstlich entwickelt werden.

Verdienst

Seinen Worten schloss sich Martin Schmidt an, der Ute Weigelt in Doppelfunktion – nunmehr als stellvertretender Kreisgeschäftsführer sowie zuvor 24 Jahre in der Kreisbereitschaftsleitung – für ihr beispielhaftes Wirken dankte. Dass man den Blutspendedienst in Kronach so weit vorangebracht habe, sei maßgeblich ihr Verdienst, sagte er.

Der Gebietsbetreuer Matthias Freund bestätigte, dass man in den vergangenen 15 Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit vieles angepackt habe. Ute Weigelt sei ein besonderer Mensch mit vielen guten Ideen. Er erinnerte an den hochwertigen Präsentkarton für die Ehrungen langjähriger Blutspender. Hierbei sei sie nicht nur in Kronach , sondern unter anderem auch in Hof, Kulmbach oder Bamberg präsent gewesen.

Das sehr gute Organisationsvermögen von Ute Weigelt stellte der stellvertretende Leiter der Bereitschaft Kronach , Alexander Schütz, heraus.

Abschiedsworte

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, bekundete die geehrte Mitarbeiterin rückblickend auf ihren fast 50-jährigen ehrenamtlichen Dienst für das BRK. Lange Jahre engagierte sie sich auch in weiteren Funktionen wie der Kleiderkammer oder im Suchdienst sowie der BRK-Sozialarbeit, deren Leitung sie 2005 übernahm.

Ihre Vorgängerin Ursula Kieweg hatte ihr damals die verantwortungsvolle und mit großem Arbeits- und Zeitaufwand verbundene Aufgabe bei den Spendeterminen angetragen. Seitdem organisiert die Kronacherin mit Akribie und Sorgfalt die Termine vor Ort – als Erste, die kommt, und als Letzte, die geht.

Ihre Hauptaufgabe besteht dabei vor allem in der Betreuung und Verpflegung der Spender , die „normalerweise“ nach der Blutentnahme zur Stärkung mit Essen und Getränken versorgt werden. Coronabedingt werden aktuell Lunchpakete ausgegeben. Auch um die Ausgabe von Geschenken als kleines Dankeschön für die Spender kümmert sie sich.

Die Blutspendetermine werden nunmehr im Kronacher Schützenhaus abgehalten; zuvor war man in der Musikschule, im Kreisverband, im BRK-Seniorenhaus und zuletzt in der Pestalozzi-Schule. Die Spendenbereitschaft in Kronach ist gut und liegt konstant zwischen 180 und 220 Spendern pro Termin.

„Allerdings ist sie zuletzt jahreszeitlich sowie pandemiebedingt um etwa 20 Prozent nach unten gegangen“, bedauert die Kronacherin. Es fehlten gerade auch junge Leute, sprich Erstspender. Ute Weigelt ruft daher dazu auf, die Termine wahrzunehmen, um Engpässe bei den Blutkonserven zu vermeiden.

Vorwiegend wird Blut zur Behandlung von Krebspatienten beziehungsweise bei Operationen und Unfällen benötigt. Da Blut durch nichts zu ersetzen sei und man riesige Mengen an Blutkonserven benötige, sei das Rote Kreuz auf Spenden dringend angewiesen.

Der nächste Blutspendetermin ist am 20. Dezember von 15 bis 20 Uhr im Schützenhaus. Dann hat Ute Weigelt letztmalig die organisatorische Leitung inne. „Dies alles wäre nicht möglich ohne mein Team“, zeigte sie sich dankbar.

Wer ihr verantwortungsvolles Amt übernimmt, wird noch festgelegt. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich da“, versichert die Kronacherin, auch in Zukunft unterstützend tätig sein zu wollen.