Kronach  —  Vor der jüngsten Sitzung besichtigten die Mitglieder des Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss des Landkreises Kronach das Abfallwirtschaftszentrum in Steinbach am Wald. Bei dem Rundgang über das weiträumige Gelände erörterte Julian Simon zunächst auf dem alten Deponiegelände die Historie der Deponie Steinbach am Wald und die anstehenden Rekultivierungsplanungen. Der Wertstoffhofwärter Robert Girke führte durch den Wertstoffhof und erklärte die vielseitigen Abläufe vor Ort.

In der sich anschließenden Sitzung im Feuerwehrzentrum Steinbach am Wald führten Ines Pfadenhauer und Thomas Mattes in einer ausführlichen Präsentation in die Thematik einer Neukonzeption der kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises Kronach ein. In den bestehenden zwölf Wertstoffhöfen fanden in der Vergangenheit auch immer wieder Veränderungen und Anpassungen an die Gegebenheiten statt. Steinbach am Wald, Birkach und Wallenfels sind als Stützpunktwertstoffhöfe eingerichtet.

Am Beispiel Steinbach am Wald wurde festgestellt, dass das Personal weite Laufwege sowie ein breites Aufgabenspektrum ( Beratung , Kassieren, Kontrolle etc.), das oftmals noch zeitgleich erfolgen muss, zu bewältigen hat. Dazu kommen Sonderaktionen. Eine Modernisierung von Gebäuden und Geräten sei daher unumgänglich, zumal die Besucherzahlen stetig steigen und der Umfang der zu sammelnden Abfälle und Wertstoffe steigt.

Neben den bisherigen, altbewährten Mitteln der Information (Pressetexte, Mitteilungsblätter, Aushänge an Wertstoffhöfen und mehr), Internet-Homepage, Abfall-App, Facebook/Instagram soll eine Erweiterung des Angebotes stattfinden. Hierbei denkt man an die Optimierung des Internetauftritts, an die Einführung einer Kundenkarte und die digitale Abrechnung an den Wertstoffhöfen .

Verbesserter Service

Landrat Klaus Löffler fasste zusammen, dass sich die Wertstoffhöfe als zentrale Abfallwirtschaftseinrichtungen im Bringsystem in den vergangenen Jahren bewährt haben. Sie seien jedoch auch von Anfang an einem stetigen Wandel unterworfen. Wünsche aus der Bevölkerung , Anregungen aus der Politik, Ideen aus der Abfallwirtschaft und nicht zuletzt die sich oft ändernde Abfallgesetzgebung haben zu Anpassungen an den Wertstoffhöfen geführt. Das Serviceangebot für die Bürger wurde dadurch immer stärker ausgebaut und besser. Als Beispiele wurden die Annahme von Sperrmüll, von Baustellenabfälle, Altholz, Fenstern und Flachglas genannt.

Die positive Entwicklung an den Wertstoffhöfen hat auch Auswirkungen auf das dort eingesetzte Personal . Die Aufgabenfelder sind vielfältig und sind in den letzten 25 Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. Das Personal ist verantwortlich für die Annahme aller Abfälle und Wertstoffe, für die Zuordnung und Einsortierung in die entsprechenden Sammelbehälter, außerdem müssen Gebühren kassiert werden. Von den Kunden wird freundliches Auftreten, Hilfestellung beim Einladen und kompetente Beratung erwartet. Dazu sind alle organisatorischen Aufgaben zu lösen, Maschinen und Geräte zu warten, es ist auf Ordnung und Sauberkeit zu achten und die Vorgaben der Arbeitssicherheit sind umzusetzen.

Der Lockdown und seine Folgen

Die Auswirkungen des Lockdowns haben dazu geführt, dass die Bevölkerung die Entsorgungsmöglichkeiten über Wertstoffhöfe und Kompostplätze, Müllumladestation und Problemmüllsammlung sehr stark beansprucht hat. Dieser Trend hält insbesondere an den Wertstoffhöfen in Steinbach am Wald und Birkach weiter an und zeigt, dass das Wertstoffkonzept einer Überarbeitung bedarf. Die Anregungen davon reichen von Öffnungszeiten über bargeldloses Zahlen und Verkehrsleitsystem bis zu personeller Ausstattung und mehr. Das ist Anlass, die derzeitige Konzeption der Abfallwirtschaft insgesamt auf den Prüfstand zu stellen.

Der Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss ermächtigte die Verwaltung mit einstimmigem Votum, für den Umbau der Wertstoffhöfe in Steinbach am Wald und Birkach Planungsaufträge zu vergeben. Ferner war man sich einig, für Frühjahr 2022 eine Klausurtagung zur Neukonzeption der gesamten kommunalen Abfallwirtschaft vorzubereiten.

Dem Antrag des Diakonischen Werks der evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirke Kronach-Ludwigsstadt/Michelau mit einem pauschalen Zuschuss in Höhe von 9000 Euro zu unterstützen, wurde zugestimmt.