Mehr als 13 Jahre leitete Theo Herold als Pfarrer die Katholische Pfarrei St. Johannes Kronach – am vergangenen Freitag ist er im Alter von 90 Jahren in seiner Heimatstadt Herzogenaurach verstorben.

Wer Theo Herold gekannt hat, wird sicher mindestens eine seiner denkwürdigen Predigten in Erinnerung haben, in denen er selten ein Blatt vor den Mund nahm. Stattdessen legte er immer wieder den Finger in die offenen Wunden der Gesellschaft, der Christen – auch seiner Kronacher – und nicht zuletzt seiner Kirche . Als lautstarker, überzeugter Verkünder des Evangeliums ging es ihm dabei nie um sich selbst, sondern immer um die frohe Botschaft und ein glaubwürdiges Zeugnis als Christ.

Geboren in Herzogenaurach wurde Theo Herold nach seiner Schul- und Studienzeit in Bamberg zunächst Kaplan in Ebensfeld, bevor er vom Militärbischofsamt zum Seelsorger bei der Luftwaffe in Lager Lechfeld berufen wurde. Dort wirkte er elf Jahre als Militärpfarrer.

Im Jahr 1976 wurde er als Nachfolger von Pfarrer Hohl zum Stadtpfarrer von Kronach ernannt. Viele kirchliche wie auch eher weltliche Großprojekte fielen in die Amtszeit von Pfarrer Herold: So wurde zum Beispiel die bauliche Umgestaltung der Stadtpfarrkirche nach den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils von ihm in Angriff genommen. Auf seine Initiative hin erwarb die Pfarrei das alte Mädchenschulhaus und baute es zum Pfarrzentrum um. Einer der Höhepunkte der Amtszeit von Pfarrer Herold war sicher die 800-Jahr-Feier der Pfarrei Kronach im Jahr 1981.

Die Ökumene war Theo Herold Zeit Lebens ein wichtiges Anliegen, und lange bevor ökumenische Gottesdienste oder Segensfeiern überall Einzug hielten, wurde in Kronach schon gemeinsam mit den evangelischen Christen gefeiert. Eine moderne Pastoral war das wichtigste Anliegen seiner Arbeit. Erstkommunion- und Firmvorbereitung in kleinen, von Laien geleiteten Gruppen waren für ihn ebenso selbstverständlich wie Kinder- und Jugendgottesdienste oder sog. „Jazz-Messen“, in denen eigens dafür gegründete Bands spielten. Die Gründung einzelner „Wohnviertelgruppen“, kleiner christlicher Gemeinschaften in den einzelnen Wohngebieten, die sich zum Austausch in Lebens- und Glaubensfragen trafen, wurde von Pfarrer Herold angeregt und institutionalisiert.

Zusammen mit seiner Gemeindereferentin Magda Kroher trat er 1989 seine letzte Stelle in Baiersdorf bei Erlangen an. Seinen Ruhestand verbrachte er in Nürnberg und zuletzt in seiner Heimatstadt Herzogenaurach. Der Auferstehungsgottesdienst findet am Mittwoch, 29. September, um 13 Uhr in der Kirche St. Magdalena in Herzogenaurach statt. Dort kann man sich ab 10 Uhr von dem Verstorbenen verabschieden. Anschließend wird Pfr. Herold auf dem alten Friedhof beigesetzt. msi