Erzbischof Ludwig Schick trauert um den Gründer des Exerzitienhauses Gries in Wilhelmsthal , Pater Franz Jalics. "Sein engagiertes und fruchtbares Wirken zum Wohl der Menschen, der Kirche und der Gesellschaft wird unvergessen bleiben. Er war tausenden Priestern, Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie engagierten Laien ein geistlicher Begleiter und hat ihnen durch das kontemplative Jesusgebet eine lebendige Beziehung zu Christus vermittelt", sagte Schick am Montag und drückte seine hohe Wertschätzung für den Jesuitenpater aus. Er habe als Exerzitienleiter, Theologe und Seelsorger immer hohe Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Jalics war am 13. Februar im Alter von 93 Jahren in einem Seniorenheim in Budapest gestorben, wo er zuletzt gelebt hatte.

Verfolgt und eingesperrt

Franz Jalics wurde am 16. November 1927 in Budapest geboren. 1947 trat er in das Noviziat der Jesuiten ein. Er studierte in Pullach bei München und im belgischen Löwen Philosophie. Nach weiteren Studien in Chile und Argentinien wurde er dort Dozent für Fundamentaltheologie und Dogmatik. 1957 wurde er zum Priester geweiht und war als Spiritual bei den Jesuiten tätig. Von der argentinischen Militärdiktatur wurde er verfolgt und eingesperrt. Ab 1978 lebte er in Deutschland und gab Exerzitien in dem von seiner Lebenserfahrung geprägten kontemplativen Stil. Er ist zudem Autor zahlreicher spiritueller Bücher. 2004 gab er die Leitung des Hauses ab.

Stille und kontemplatives Gebet

1984 hatte Jalics das leer stehende Erholungsheim Gries in Wilhelmsthal im Naturpark Frankenwald vom Erzbistum Bamberg gemietet, um dort ein Exerzitienhaus in Trägerschaft des Jesuitenordens zu gründen. In den ersten zehn Jahren leitete Jalics alle Kurse selbst. Seit Bestehen des Hauses gibt es eine Hausgemeinschaft in wechselnden Besetzungen, die geprägt ist von Stille und kontemplativem Gebet , einfachem und gemeinschaftlichem Lebensstil sowie Mitarbeit im Haus. red