Gerd Fleischmann

Nach dem völlig überraschenden Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 – vor über 60 Jahren – durch die DDR-Machthaber kam es am „ Eisernen Vorhang “ immer wieder zu menschlichen Tragödien . Der Westen wurde mit der totalen Abriegelung völlig überrumpelt. Den Befehl, die sogenannte Zonengrenze abzuriegeln, gab DDR-Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht mit der Rückendeckung aus Moskau.

Deutsche Gründlichkeit

Die Zerstörungspolitik mit deutscher Gründlichkeit war gnadenlos. Viele der an der ehemaligen Zonengrenze wohnenden Menschen, die vorher bereits aus ihren Häusern brutal vertrieben worden waren oder in den Westen geflüchtet waren, mussten mit ansehen, wie DDR-Arbeitskolonnen unter Aufsicht der Vopos (Volkspolizisten der DDR) ihre Anwesen niederrissen. Familien und Freunde wurden rücksichtslos getrennt.

Die Vernichtungsaktionen begannen damals im Bereich Mostholz/Rotheul/ Burggrub . Als erste fielen die Gebäude gegenüber dem Gasthaus Geiger der Schleifung zum Opfer. Elf Wustungen (Einzelgehöfte) als sogenanntes Sicherheitsrisiko sind von der DDR dem Erdboden gleichgemacht worden, notierte Burggrubs Ortschronist Willi Bischof. Der Grund: Sie standen zu nahe an der Grenze zu Bayern. Die Einwohner wurden ins Landesinnere umgesiedelt.

Schlag auf Schlag

Und 1961 ging es dann Schlag auf Schlag mit der Demontage. Noch im gleichen Jahr wurde auch der beliebte Waldgasthof „Bernhard“, an der Zonengrenze bei Stockheim gelegen, ein Opfer der DDR-Willkür. So erging es weiteren Gebäuden in den Jahren 1962 und 1963 entlang der Grenze bis nach Tettau.

In der Folgezeit entwickelte sich der „ Eiserne Vorhang “ zu einem kaum überwindbaren „Bollwerk gegen den Faschismus“ (DDR-Jargon). Trotzdem gab es zahlreiche Fluchtversuche mit tödlichem Ausgang.

Mit dem überraschenden Mauerfall am 9. November 1989 endete das deutsch-deutsche Drama. Ein Jahr später feierten die Deutschen die Wiedervereinigung .

Sichtbares Zeichen

Lange, zu lange war der „Todesstreifen“ Alltag gewesen. Deshalb hat man gerade in Burggrub ein sichtbares Zeichen der Freude geschaffen. Im Jahr 1992 feierten rund 2000 Christen aus Bayern und Thüringen im Rahmen des Dekanatskirchentags die Weihe der Grenz- und Friedenskapelle an der ehemaligen Grenze zwischen Burggrub und Neuhaus-Schierschnitz. Das Bauwerk ist ein Ort der Mahnung und Erinnerung an schreckliche Zeiten, wie der Kapellenbauverein Burggrub erläutert.