Weil sich das Enkelkind einen Mümmelmann gewünscht hatte, wurde ein Pärchen angeschafft und die Babys waren ja anfangs auch sooo süß. Doch nach nicht allzu langer Zeit waren aus den anfangs zwei Häschen 16 geworden, das Kind hatte keine Lust mehr auf das neue "Spielzeug" und man selber ja eigentlich gar keine Zeit.

So wanderte Luke zusammen mit sechs weiteren Geschwistern ins Kronacher Tierheim. Inzwischen haben alle liebevolle neue Familien gefunden, nur der arme Luke ist leider immer noch auf der Suche.

Die Geschichte dieser Hasen-Geschwister hat man dort in ähnlicher Form schon so oft gehört! Für die Verantwortlichen ist das wieder einmal der Beweis, dass man nicht oft genug vor unüberlegten Tieranschaffungen warnen kann. Auf keinen Fall sollte man dem Drängen eines Kindes nach einem Tier nachgeben, wenn man nicht selbst hundertprozentig dahinter steht und bereit ist, sich selbst um das Tier zu kümmern, wenn das Kind keine Lust mehr hat.

Kinder verlieren nun mal schnell die Lust an etwas, das gilt für Spielsachen genauso wie für Tiere - mit dem kleinen Unterschied, dass es einer Puppe oder einem Stofftier nicht schadet, wenn es unbeachtet in einer Ecke liegt. Doch ein Tier ist ein Lebewesen, es hat Bedürfnisse und ist voll und ganz von seinen Besitzern abhängig. Man sollte verantwortungsbewusst, liebevoll und nicht leichtfertig damit umgehen!

Der zweite Fehler war natürlich, sich ein Pärchen anzuschaffen. Natürlich sind kleine Häschen niedlich, keine Frage! Doch wohin mit dem ganzen Kindersegen? Wenn sich Brüder und Schwestern , Väter und Töchter, Mütter und Söhne paaren, ist zudem das Problem der Inzucht gegeben. So etwas kann ganz schnell ausufern und zu großem Leid führen. Da man Kaninchen aber auch nicht einzeln halten sollte, sollte man am besten zwei Weibchen zusammen halten oder den Rammler kastrieren lassen.

Doch nun genug der anklagenden Worte. Im Tierheim findet man es gut, dass der Tierhalter seinen Fehler erkannt und sich an die Zuständigen gewandt hat, bevor noch mehr Babys zur Welt kommen. So kann man sich bemühen, möglichst schnell zu helfen.

Zutraulich und neugierig

Doch nun zu Luke. Der süße Kerl ist sehr zutraulich, neugierig und menschenbezogen. Natürlich reißt er erst einmal aus, wenn man schnell auf ihn zugeht oder hinter ihm herläuft, aber wenn man sich ruhig verhält, kommt er von selbst auf einen zu, schnuppert an den Fingern und lässt sich streicheln. Mit etwas Geduld und liebevoller Fürsorge könnte er wohl noch wesentlich zutraulicher werden.

Selbstverständlich ist Luke total lieb und freundlich und könnte sicher auch in eine Familie mit Kindern vermittelt werden. Ein bisschen Bauchschmerzen hat man im Tierheim allerdings schon dabei, denn kleinere Kinder können unbewusst und unabsichtlich so viel falsch machen und den Häschen auch richtig weh tun. Daher sollten sie sich nur in Begleitung von Erwachsenen um einen Mümmelmann kümmern dürfen. So können sie unter Aufsicht Verantwortung und den richtigen Umgang lernen.

Für Luke wünscht sich das Tierheim natürlich ein großes Gehege mit genügend Platz zum Herumhoppeln und Buddeln. Beides genießt er nämlich sehr! Verabscheut werden dagegen kleine Käfige, in denen der bedauernswerte Insasse gerade mal einen Hoppler zu jeder Seite machen kann, bevor er schon wieder an einer Wand anstößt. So etwas ist Tierquälerei . Auch eine abwechslungsreiche Einrichtung aus Häuschen, Ästen, Podesten etc. sollte vorhanden sein.

Und schließlich soll Luke natürlich nicht allein leben müssen. Da sich Rammler untereinander meist nicht gut verstehen, wurde er kastriert. So kann er ein glückliches Leben an der Seite eines netten Weibchens verbringen, ohne dass Nachwuchs befürchtet werden muss.

Wer Interesse hat, kann sich beim Kronacher Tierheim melden, und zwar unter der Telefonnummer 09261/20111 oder per E-Mail an tsvkc@gmx.de. red