Am Wochenende wird in Steinberg Kirchweih gefeiert. Der Festgottesdienst am Samstagabend in der Pfarrkirche beginnt um 19 Uhr. Er wird musikalisch durch die Brüder Lukas und Jannik Thiel aus Steinberg bereichert.

Als markantester Dorfpunkt bietet der hoch aufragende Schlossberg mit den beiden ehrwürdigen Kirchen einen unvergleichlichen Anblick. Beide Kirchen sind dem heiligen Pankratius geweiht. Der Heilige ist ein römischer Märtyrer der frühen christlichen Kirche . Die geschichtsträchtige alte Schlosskirche – Überbleibsel einer ehemaligen Meranierburg – wurde nach umfangreichen Renovierungsarbeiten 2004 neu eingeweiht. Der Weihetag der „neuen“ Pfarrkirche St. Pankratius jährt sich heuer zum 108. Mal.

Steinberg wurde zum ersten Mal in einem „Verstifterbrief“ um das Jahr 1150 erwähnt. Das älteste Gebäude in Steinberg ist die alte Pfarrkirche St. Pankratius. Sie steht auf dem Schlossberg, nordwestlich über dem Ort. Das Kreuzgewölbe im Souterrain und die unterirdischen Gänge sind Überreste der alten Burg , die vor der Jahrtausendwende zusammen mit der Festung Kronach entstanden ist. 1422 wird die Schlosskapelle St. Pankratius nach Kronach eingepfarrt und gehört zu Kronach.

Es ist dies die früheste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Steinberg . Aus einem Urbar der Pfarrei aus dem Jahr 1427 geht hervor, dass die Schlosskirche Filialkirche von Lahm war und das Schloss bewohnt war. 1515 wird Steinberg von der Pfarrei Lahm getrennt zur eigenen Pfarrei erhoben. Die Umgestaltung des Steinberger Bergschlosses ist vermutlich im letzten Drittel des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden. Übrig blieben die alte Kirche und einige Grundmauern der Burg . Die Steinquader der Burg wurden zum Häuserbau verwendet.

Neubau beginnt 1912

Unter Leitung von Pfarrer Karl Mayer wurde 1912 mit dem Bau der neuen Pfarrkirche begonnen. Aufgrund des Bevölkerungszuwachses reichten die Raumverhältnisse der bis dahin genutzten Schlosskirche nicht mehr aus. So wurde bereits 1892 der „Chorbauverein“ gegründet. Durch den Anbau eines Chores an die bisherige Kirche wollte man der Raumnot abhelfen. Die Baubehörde genehmigte jedoch diesen Plan nicht. Auch der Abriss der alten Kirche und Neuerrichtung an gleicher Stelle wurde nicht zugelassen, weil die alte Kirche bereits unter Denkmalschutz stand. Erst der Entwurf eines Neubaus im damaligen Pfarrgarten fand Zustimmung. Am 11. August 1913 feierte die Pfarrgemeinde die Einweihung ihrer neuen Pfarrkirche. Bei der Renovierung im Jahr 1959 bekam das Kircheninnere ein völlig neues Gesicht. Eine weitere aufwendige Renovierung erfolgte ab Oktober 1995.

Nach dem Neubau wurde die alte Kirche nur mit notdürftigen Reparaturen erhalten. Im September 2000 wurde ein Sanierungskonzept für die Kirche erstellt mit Baukosten von rund 500 000 Euro. 2000 bis 2004 erfolgte die Renovierung von Alt-Pankratius, bevor die Kirche am 12. September 2004 wieder eingeweiht wurde.

Besonders an Alt-Pankratius ist die Tatsache, dass das 2. Vatikanische Konzil spurlos an ihr vorbeigegangen ist und die liturgischen Reformen nicht vollzogen wurden, weil kein Gottesdienst mehr darin gefeiert wurde. So blieben Eingriffe im Innenraum völlig aus. Heute wird das alte Gotteshaus wieder zu verschiedenen Anlässen und kirchlichen Festen genutzt.

Bestens gerüstet für die Kirchweih sind insbesondere auch die heimischen Gaststätten, die ihre Gäste mit traditionellen Kirchweihspeisen verwöhnen werden. hs