Matilda Büttner wäre am 6. Januar schon das zweite Mal als "König" mit von Haus zu Haus gezogen, hätten es die gesetzlichen Vorgaben anlässlich der Corona-Pandemie nicht verboten. Seit dem neuen Kirchenjahr ist sie wohl eine der ersten evangelischen Ministrantinnen im Seelsorgebereich.

Bevor die neuen Messdiener den Altardienst ausüben können, müssen sie häufig erst eine Art Ausbildung durchlaufen. Dabei lernen sie die wichtigsten Zeiten und Feste des Kirchenjahres , den Ablauf des Gottesdienstes, die unterschiedlichen Riten, Zeichen und Symbole sowie die einzelnen Dienste kennen. In Buchbach beginnt die Ausbildung neuer Ministranten in der Regel gleich nach der Erstkommunionsfeier. Federführend zeigen sich Organist Benjamin Baier und dessen Frau Nancy dafür verantwortlich. In Coronazeiten war hier natürlich etwas Flexibilität gefragt, da sich alleine die Erstkommunion im Jahr 2020 vom Frühjahr in den Herbst verschoben hatte. So konnten die "Neuen" erst am 1. Adventsgottesdienst offiziell in ihr Amt eingeführt werden. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht, erläutert Ministrantenbetreuerin Nancy Baier. Mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr , somit eigentlich ein passender Termin für den Beginn der Tätigkeit. In Buchbach ist es außerdem guter Brauch, dass die "Heiligen Drei Könige" und die damit verbundene Sternsingeraktion überwiegend von den Ministranten organisiert und durchgeführt wird. Hier wirken seit einigen Jahren auch Kinder der evangelischen Glaubensgemeinschaft mit. Eine von ihnen ist Matilda Büttner.

Es war relativ einfach, sie und ihre Eltern davon zu überzeugen, künftig auch als Ministrantin, sozusagen ganzjährig, mitzumachen. Größere Probleme sahen Buchbachs Ministrantenbetreuer darin, die Erlaubnis oder gar eine Art "Sondergenehmigung" dafür zu bekommen, dass ein evangelisches Mädchen hier überhaupt mitmachen darf. Umso mehr überrascht war man vom unbürokratischen "Ja klar" vom zuständigen Referenten für den Seelsorgebereich. Eine wesentliche Vorgabe war es, mit der zuständigen Pfarrerin der evangelischen Gemeinde Rücksprache zu halten und um deren Erlaubnis zu bitten. "Dies war rückblickend die einfachste Übung", erläutert Nancy Baier. Schließlich ist die kleine Kirche der evangelischen Buchbacher Christen schon seit über einem Jahr "ausser Betrieb" gesetzt. Beerdigungen wurden schon mehrfach in der katholischen Kirche gefeiert, selbstverständlich steht diese samt Mesner, Organist und Ministrant (als Kreuzträger) hierfür gerne zur Verfügung. Somit war es auch für Pfarrerin Wachter eine Selbstverständlichkeit, keine Einwendungen gegen die gelebte Ökumene zu erheben.

Da im laufenden Jahr keine Erstkommunionkinder aus Buchbach kommen werden, hatte Matilda Büttner ihr Debüt als neue und erste evangelische Ministranten im "Dom des Frankenwaldes" bereits im Januar diesen Jahres und muss nicht bis zum 1. Advent warten, bis sie richtig dazugehört. bb