Reine Kunst wird derzeit durch Linda Unrein in der Galerie des Kronacher Kunstvereins (KKV) präsentiert. Bei der Vernissage für die Ausstellung „Eros in Bedrängnis“ war die Kulturamtsleiterin der Stadt Schweinfurt , Andrea Brandl , als Laudatorin angereist.

Die künstlerischen Ausdrucksformen lägen seit Menschengedenken im Spannungsfeld von Landschaft, Stillleben und Menschenbild, sagte Brandl. Zwar hätten sich in den vergangenen Jahrtausenden die Mittel und Materialien grundlegend geändert, aber der Mensch, eingebettet in seine Umgebung im Diskurs von innerer und äußerer Welt, bleibe vorherrschendes Thema.

In ihrer beeindruckenden Rede machte die Laudatorin deutlich, dass zwischen dem, was man als Kunstwerk entstehen sieht, und dem, was viele von der Kunst erwarten, eine Kluft besteht. Zeitweise habe man geglaubt, dieses Nichtverstehen sei bedingt durch politische Umstände und Einflüsse. Nach vielen Erfahrungen könne man aber heute sagen, dass es Unbehagen ist, ein charakteristischer Zustand unserer heutigen Zeit.

Linde Unrein, die von Beruf Ärztin ist und seit 2008 vorwiegend als freischaffende Künslerin arbeitet, hat eine tief verwurzelte Liebe zu Italien und zur Macht der Schönheit. Wer sich auf den Bilderkosmos der Fachärztin einlässt, wird auf den ersten Blick von heiterfarbigen Figuren eingenommen, die – zum Teil frei von jeder Form der realen Perspektive entbunden – im Bildraum springen, tanzen, laufen, stürzen und nicht unbedingt untereinander kommunizieren. Die Malerin gestaltet ihre Bilder aus einem Ausschnitt heraus, aus einer einzelnen Figur, aus der sich das Geschehen auf verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung und erst im Prozess des Malers ergibt. Es ist ein Raum, in dem alles möglich ist, sagt sie, der aber auch deshalb ein „falscher“ Raum sein kann.

Linde Unrein versteht ihre Werke als Einladung zu Spaziergängen für das Auge. Als Wissenschaftlerin mit einer besonderen Affinität zur Philosophie weiß sie um die Phänomenologie und Maurice Merleau-Pontys Erkenntnis, dass „das Auge das Fenster der Seele“ sei.

Eingangs hatte die Vorsitzende Sabine Raithel die Gäste begrüßt. Die Vernissage wurde von Bernd Schelhorn und Linda Müller mit der Gitarre musikalisch mitgestaltet.