Bereits der flüchtige Blick auf bereits gerodete oder geschädigte Waldflächen im heimischen Frankenwald macht für das bloße Auge erkennbar, welchen Schaden der Klimawandel in den vergangenen Jahren hinterlassen hat. Einigen Oberstufenschülern des Frankanwald-Gymnasiums (FWG) lässt diese traurige Bestandsaufnahme keine Ruhe. Sie wollen nach den Gründen für die radikale Veränderung ihrer Heimat forschen und zugleich vor Ort an Konzepten eines zukunftsträchtigen Waldes arbeiten. 

Ziemlich einmalig ist am Frankenwald-Gymnasium in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass man sich dieses heiklen Themas gleich im Rahmen zweier unterschiedlicher Seminare annimmt: Während sich das W-Seminar „SOS – Frankenwald in Not “ unter der Leitung von Oberstudienrat Rainer Dunkel von der wissenschaftlichen Seite aus dem Thema widmet, geht das P-Seminar von Studienrätin Stefanie Springer das Ganze sehr praktisch an. Geschädigte Waldflächen werden nicht nur besichtigt. Die Schüler suchen mit Experten und im Dialog mit Privatwaldbesitzern nach möglichen Lösungen. Der Titel des Seminars „Zukunftswald“ soll bereits verdeutlichen, dass der Frankenwald derzeit zwar in Not , aber keinesfalls am Ende ist.

Initiator und Partner dieser beiden bemerkenswerten Seminare ist Michael Schmidt, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kulmbach. Bereits vor über einem Jahr kam der Kontakt zwischen AELF und FWG zustande. Vor allem die von Anfang an hohe Motivation sowohl bei den Lehrkräften als auch bei der Schülerschaft, sich des Themas anzunehmen, begeisterte Schmidt so sehr, dass mit Boris Stein eigens für die beiden Seminare eine Fachkraft eingestellt wurde. Stein fungiert somit als persönlicher Betreuer sowohl dieser beiden Seminare als auch zweier weiterer im Landkreis Kulmbach. 

Behörde unterstützt vielfältig

„Diese Personalie ist bei weitem nicht die einzige Art der Unterstützung, die wir durch das AELF Kulmbach erfahren dürfen“, erläutert Seminarleiter und Geografielehrer Rainer Dunkel das nicht alltägliche Engagement des externen Kooperationspartners. Das Amt stellt nicht nur die Gelder für die Messungen vor Ort, den Bustransfer und die nötige Fachliteratur zur Verfügung, sondern ermöglicht den Kontakt zu den Waldbesitzern, dem Wasserwirtschaftsamt , dem Stadtförster und zur Universität Bayreuth . „Vor allem bei den komplexen Untersuchungsmethoden im Gelände steht uns das Team des AELF immer zur Seite“, so Rainer Dunkel.

Diese sind absolut notwendig, damit sich die Schülerinnen und Schüler der aktuellen Q11 über die 18 Monate der Projektdauer wissenschaftlich fundiert mit ihren anspruchsvollen Themen ihrer Seminararbeit auseinandersetzen können. Beispiele hierfür lauten „Der Borkenkäfer – Totengräber der Fichte“ oder „Erosionsschäden durch Verlust von Bewaldung“. Am Ende sollen 15 wissenschaftliche Arbeiten stehen, mit deren Erkenntnissen auch das AELF weiter an einem Rettungsplan für den Frankenwald arbeiten wird.  ms