Im "wanderbaren Haßlachtal" mit seinen 141 Kilometern Wanderwegen wäre die Gründung einer Frankenwaldverein-Ortsgruppe sehr wünschenswert. Hoffnung dazu geben die sieben neuen Wegewarte, die sich jetzt um das Wegenetz auf dem Gemeindegebiet von Pressig-Rothenkirchen kümmern. Dieses wird zurzeit einer Generalüberholung unterzogen. Dabei werden die bisherigen Wegeverläufe überprüft und neue Wanderwege angelegt.

Als Beispiel kann hier der "Pressiger Berg" genannt werden, der als neuer Weg markiert wurde, es fehlen nur noch die zugehörigen Wegweiser. Ebenfalls ist am Spitzberg ein Wanderweg in Planung. An besonderen Punkten wird der Markt Pressig auch Wandertafeln und Sitzgelegenheiten aufstellen. Ob und welche der bestehenden Wanderwege weichen müssen oder inwieweit einige Trassen verlegt werden, soll noch in diesem Jahr entschieden werden.

Diese Aktivitäten bedürfen ehrenamtlicher Idealisten, die sich dieser Aufgaben annehmen. Einer, der dabei eine herausragende Stellung einnimmt, ist Josef Beitzinger aus Rothenkirchen. Seit über dreißig Jahren betreut Beitzinger ehrenamtlich das Wanderwegenetz des Frankenwaldvereins im Bereich Pressig-Rothenkirchen. Markierungszeichen überprüfen, Wegweiser erneuern, Wanderwege mähen und vieles mehr stand Jahr um Jahr auf dem Programm, dass er mit seiner Frau Malwina für den Frankenwaldverein erledigte. Dass der heute 82-Jährige diese Mammutaufgabe allein nicht mehr bewältigen kann, nachdem seine Ehefrau Malwina im Frühjahr 2020 verstorben ist, ist verständlich, sagt Bürgermeister Stefan Heinlein. Daher sah er es als Bürgermeister als eine seiner ersten Aufgaben an, weitere Interessierte und Gleichgesinnte wie Josef Beitzinger zu gewinnen.

Sehr dankbar und erfreut zeigte sich das Gemeindeoberhaupt, als sich unerwartete Hilfe im Herbst vergangenen Jahres meldete. Es war gelungen, eine Schar von Freiwilligen aus Pressig , Rothenkirchen und Förtschendorf für diese gemeinnützige Aufgabe zu gewinnen. Gleich sieben neue Wegewarte erklärten sich bereit, sich gemeinsam um das umfangreiche Wegenetz im Haßlachtal und seinen Nebentälern zu kümmern. Natürlich ist auch Josef Beitzinger als erfahrener Wegewart mit dabei, um das jüngere Team zu unterstützen.

Als kleines Dankeschön und um die Wegebetreuer als solche kenntlich zu machen, wurden ihnen jetzt Poloshirts im Design des Frankenwaldvereins vom Bürgermeister Stefan Heinlein übergeben. Der hauptamtliche Wegemanager vom Frankenwaldverein, Björn Stumpf, ließ es sich nicht nehmen, die Poloshirts persönlich vorbeizubringen - auch wenn aufgrund der aktuellen Einschränkungen nicht jeder Mitwirkende persönlich zum Termin am Rathaus in Pressig erscheinen konnte. Wegemanager Stumpf macht keinen Hehl daraus, dass es sein Wunsch wäre, wenn sich aus der Betreuung der Wanderwege irgendwann auch eine Ortsgruppe des Frankenwaldvereins bilden würde. "Nicht nur aus organisatorischen und praktischen Gründen in der Wegearbeit wäre eine Ortsgruppe im Haßlachtal wünschenswert. Fast flächig im Frankenwald sind wir mit Ortsgruppen vertreten, außer hier", informiert Stumpf mit Bedauern, wenngleich die Aktivitäten vor Ort erfreulich sind. Die Aktivitäten des Frankenwaldvereins seien weit mehr als nur zu wandern. Nahezu jeder könne in der Gemeinschaft seine Ideen ausleben, sei es im Naturschutz, in der Jugendarbeit, beim Sport, bei Festen und Veranstaltungen oder dem Anlegen und Pflegen der örtlichen Infrastruktur. Auch für neue Projekte sei man jederzeit offen.

Bürgermeister Stefan Heinlein pflichtete dem bei und ist der Gründung einer Ortsgruppe nicht abgeneigt. Sollte jemand Interesse haben, sich hier zu engagieren oder die Wegewarte zu unterstützen, könne man sich gerne an den Rathauschef unter der Telefon- Nummer 09265/990-11 oder per Mail an buergermeister@pressig.de wenden. eh