Steinwiesen  —  Woher kommen die Hühner? Was ist mit den Eiern? Wie schlüpfen die kleinen Küken? – All diese Fragen konnten in den letzten Wochen im katholischen Kindergarten St. Marien in Steinwiesen anschaulich beantwortet werden. „Vom Ei zum Huhn“ hieß das Projekt, bei dem alle Kinder, teils aktiv, teils als Zuschauer beteiligt waren.

Geboren wurde die Idee von der Abschlusspraktikantin Christin Müller, die selbst zuhause viele Nutztiere versorgt und sich mit der Aufzucht sehr gut auskennt. Außerdem hatte sie das benötigte Equipment, das man für das Ausbrüten der Hühnereier braucht. Noch interessanter wäre es sicher gewesen, die Eier von „richtigen“ Hühnern ausbrüten zu lassen, aber das ist nun doch leider im Kindergarten nicht möglich.

Passend zu Ostern ging es los. Die Eier wurden ausgesucht und unter den Inkubator gelegt, die Temperatur eingestellt und dann hieß es erst mal warten. Am zweiten Tag Prüfen der Temperatur und am dritten Tag mussten die Eier zum ersten Mal gelüftet werden. Dies geschieht in der ersten Woche täglich. Am 7. Tag wurden die Eier „durchleuchtet“, um zu sehen, ob sich bereits Leben gebildet hat. Tägliche Routine wurde das Lüften, Drehen der Eier und Kontrollieren der Temperatur. Schließlich wurde wieder durchleuchtet und sechs Eier, die unbefruchtet waren, wurden entfernt.

Am 22. Tag war es soweit

Nun begann in der dritten Woche die spannende Zeit. Man stellte fest, dass in acht Eiern Leben entstanden war. Das Wunder der Natur hatte sich bemerkbar gemacht. Nun war die tägliche Routine mit Lüften, Eier drehen und vor allem Beobachten immer spannender. Nur noch wenige Tage, dann würden die Küken schlüpfen. 21 Tage dauert es normalerweise, wenn die Hühnereier im Inkubator ausgebrütet werden. Der große Tag war da – die Eierschalen waren bereits angepickt. Und dann am 22. Tag war es soweit, nach und nach erblickten kleine, nasse und erschöpfte Küken das Licht der Welt. Anstrengend war es, die Eierschalen zu knacken und so brauchten die Kleinen ihre Ruhe und mussten erst mal so richtig trocken werden. Doch dann waren sie flauschig und sooo putzig. Neues Leben war geboren.

Sieben Küken waren geschlüpft und die Kinder von St. Marien mächtig stolz auf ihr Erlebnis. Jeden Tag hatten sie nachgeschaut, ob alles in Ordnung ist. Jeden Tag hatten sie den Erzieherinnen ein Loch in den Bauch gefragt wegen der Hühner, Eier und Küken und jeden Tag hatten sie Verantwortung übernommen für ungeborenes Leben. Egal ob Mädchen oder Junge, ob Vorschulkind oder jünger, sie hatten mitgeholfen, mitgefiebert und das Wunder der Natur erlebt.

„Wir wollten das Interesse für Nutztiere wecken. Viele der Kinder kennen freilaufende Hühner, Kühe oder Gänse gar nicht mehr“, erzählt Christin Müller. Früher gab es im Ort noch viele dieser Nutztiere , aber heute muss man schon danach suchen. Gerade deshalb sollten die Kinder so etwas einmal hautnah erleben.

Es ist nur schade, dass sie bei der Aufzucht der kleinen Küken zu stattlichen Hühnern nicht auch dabei sein können. Zwar wäre im Garten viel Platz, um einen Hühnerstall zu bauen, aber die Betreuung der Tiere gerade an den Wochenenden können die Erzieherinnen nicht leisten, da niemand direkt am Ort wohnt. Deshalb finden die Kleinen nun ein Zuhause in der Nutztierfamilie von Christin Müller, die den Kindern sicher immer wieder von der Entwicklung der Küken berichten wird.