Pater Helmut Haagen freute sich sehr, dass sich so viele Jubelkommunikanten in ihrer Heimatpfarrei eingefunden hatten, in der sie teilweise bereits vor acht Jahrzehnten erstmals an den Tisch des Herrn getreten waren. Eingeladen waren auch die Jubilare aus dem Vorjahr, als die Feier coronabedingt ausfallen musste. Ein schönes Bild ergab sich, als ihnen die diesjährigen Kommunionkinder traditionsgemäß jeweils eine Rose überreichten.

Für seine Science-Fiction-Predigt begab sich Pater Haagen auf eine Zeitreise in das Jahr 2061: Touristen auf einer Bildungsreise wollen die Kultur und das alte Brauchtum der Menschen im Frankenwald kennenlernen und besuchen die Pfarrkirche von Steinberg . Im Innenraum hängen lange Spinnweben von den Decken; an den Wänden ist der Putz abgefallen; die Kirchenbänke sind mit einer zentimeterdicken Staubschicht bedeckt. „Die Pfarrkirche St. Pankratius war einmal der ganze Stolz dieser Gemeinde“, seufzt die inzwischen 94-jährige Mesnerin. Nach schlimmen Missbrauchsfällen in der Kirche , einem immer stärkeren Glaubensschwund und schließlich auch noch dem Ausbruch der Corona-Pandemie seien immer weniger Leute zu den Gottesdiensten gekommen und die Kirche vor zehn Jahren geschlossen worden. Um sie vor dem weiteren Verfall zu schützen, werde die Kirche seit 2058 als kunsthistorisches Museum für fränkische Landeskunde sowie Volksglaube genutzt.

Einer der Touristen , ein junger Mann, zeigte Interesse und fragte sich: „Warum nur haben die Menschen solche Worte und Zeichen vergessen; mir so etwas vorenthalten?“ Und er beschloss, sich auf die Suche zu machen: nach dem Geheimnis von Brot und Wein.

Auf der Suche

Auch die Jubilare hätten sich auf die Suche beziehungsweise auf den Weg gemacht nach diesem Geheimnis, das ihnen vor vielen Jahren in Steinberg erstmals gereicht worden sei, sagte Pater Helmut Haagen. Vielleicht seien sie geschockt über die Science-Fiction-Geschichte.

Damit das, was einst im Abendmahlsaal geschehen sei, nicht in Vergessenheit gerate, lade er sie ein, so oft es gehe, Jesus Christus in der Gestalt des Brotes zu empfangen – nicht nur am Tag ihrer Jubelkommunion. „Dieses Brot kann Ihnen die Kraft geben, dass Sie Ihren Weg im Leben weitergehen können und das Geheimnis von Brot und Wein niemals vergessen wird“, appellierte er.

Die Orgel beim Festgottesdienst spielte Marcus Punzelt. Nach dem Auszug der Gläubigen gab der Musikverein Steinberg ein Ständchen. hs