„So gut wie ohne Vorwarnung erfuhren wir am Freitag, den 13. März 2020, durch eine Pressekonferenz um 9 Uhr, dass die Schulen ab Montag, 16. März 2020, geschlossen werden“, erinnert sich Petra Thiele, stellvertretende Schulleiterin und Klassenlehrerin der Kombiklasse 1/2 b, an den Beginn der Corona-Zeit an der Grundschule Mitwitz . Für den FT lässt sie diese Phase noch einmal Revue passieren. „ Homeschooling “ oder „ Lernen zu Hause“ hieß es von da an. Bis jetzt.

„Eine aufregende und kräftefordernde Zeit begann, weil darauf kaum einer wirklich vorbereitet war“, erzählt Thiele. Innerhalb weniger Tage wurde eine schuleigene „Cloud“ eingerichtet, auf der die vier Jahrgangsstufen ihre Wochenpläne und Arbeitsmaterialien digital herunterladen und zu Hause ausdrucken und bearbeiten konnten. „Zum Gelingen des Distanzlernens trugen dabei von Anfang an besonders die Eltern und häuslichen Betreuer bei, wofür sie großen Respekt und Dank verdienen!“

Die Lehrer versuchten die Lernportionen so zu gestalten, dass sie von allen Kindern möglichst ohne Hilfe bewältigt werden konnten und Lernfortschritte möglich waren. Eigene Erklärvideos wurden gedreht und Videokonferenzen abgehalten mit Schülern aller Jahrgangsstufen. Per E-Mail oder über Telefon hielt die Schule Kontakt zu Schülern und Eltern.

Nachdem sich die Corona-Lage nicht verbesserte, wurde die Schulschließung nach den Osterferien zunächst um weitere zwei Wochen verlängert und das Homeschooling fortgesetzt. Ab dem 11. Mai durften zuerst die 4. Klassen zurück in den Präsenzunterricht in die Schule, natürlich unter Einhaltung der AHA-Regeln. Ab dem 18. Mai durften auch die 1. Klassen wieder in der Schule lernen und nach den Pfingstferien die 2. und 3. Klassen.

Viele Kinder sprachen es aus: „Ich bin so froh, dass ich wieder in die Schule darf und meine Freunde treffen kann!“ Bereitwillig hielten sie sich an die Hygieneregeln und arbeiteten fleißig im Frontalunterricht mit. „Disziplinprobleme gab es nicht“, sagt Thiele. Der Unterricht fand verkürzt statt, da nur die Hauptfächer unterrichtet werden durften. Die Turnhalle war gesperrt. Bewegungsmöglichkeiten hatten die Kinder lediglich während der verlängerten Pausen auf den Pausenhöfen. Aufgrund der Abstandsregel mussten die drei Kombiklassen 1/2 wöchentlich im Wechsel unterrichtet werden. Das heißt, ab dem 15. Mai kamen eine Woche die Zweitklässler in die Schule und die Erstklässler lernten zu Hause, und die nächste Woche war es umgekehrt. Die 3. und 4. Klassen hatten aufgrund der Klassenstärke und der großen Klassenzimmer Glück und konnten bis zum Schuljahresende jede Woche in Präsenz in der Schule unterrichtet werden.

Das neue Schuljahr 2020/2021 begann im September „normal“ mit Präsenzunterricht für alle nach Stundenplan ohne die Abstandsregel von 1,5 Metern, aber weiterhin unter Einhaltung der sonstigen Hygieneregeln. In den drei Kombiklassen 1/2 sollten Trennwände für zusätzlichen Schutz sorgen. „Für den Unterricht waren sie aber eher störend und behindernd. Deshalb waren alle Schüler und Lehrerinnen erleichtert, als sie nach einigen Wochen wieder abgebaut wurden, nachdem eine Studie herausgefunden hatte, dass sie bei Fenster-Querlüftung kontraproduktiv wirken.“

Zurück in den Lockdown

Doch diese Zeit des „neuen normalen Unterrichts“ in der Schule sollte nach den Herbstferien schon wieder zu Ende sein. Ab dem 9. November kam der „Lockdown light“. Alle durften weiterhin in die Schule, der Unterricht durfte aber nur klassenrein und in festen Gruppen stattfinden. Die Turnhalle wurde wieder gesperrt. Sport fand in Form von kleinen Wanderungen oder Unterrichtsgängen auf den Spielplatz oder in den Schlosspark statt. „Und das bei jedem Wetter!“ Auch die Pausen fanden immer im Freien statt. Die Kinder waren darauf vorbereitet und keiner murrte. „Alle waren im Gegenteil froh, einmal Luft schnappen zu können.“

Kurz vor den Weihnachtsferien folgte der bis jetzt andauernde „harte Lockdown“. Erneut hieß es Homeschooling . Abhängig vom Inzidenzwert und der Klassenstärke findet seit Januar 2021 Distanzunterricht oder Präsenzunterricht im Wechsel statt.

Der Distanzunterricht läuft dieses Schuljahr wie folgt ab: Im Eingangsbereich der GS Mitwitz gibt es eine Bring- und Abholstation für die Wochenpläne und Arbeitsmaterialien der Schüler aller Klassen, die zu bestimmten Zeiten geöffnet ist. Zudem verfügt jede Klasse über ein sogenanntes Padlet, eine digitale Pinnwand, auf der Begrüßungs- und Erklärvideos sowie zusätzliches Material die Schüler beim Lernen zu Hause unterstützen sollen. Zudem halten die Lehrer über wöchentliche Videokonferenzen und Telefonate engen Kontakt zu Schülern und Eltern. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Notbetreuung.

„Aufgrund der hohen Inzidenzwerte im Landkreis Kronach konnten wir in Mitwitz bisher nur in den zwei Wochen vom 22. Februar bis 5. März wieder einmal Präsenzunterricht beziehungsweise Wechselunterricht im täglichen Wechsel abhalten“, so die Lehrerin.

Nach den Osterferien sollten am 12. April 2021 die 4. Klassen wieder in den Präsenzunterricht kommen. Aufgrund des hohen Inzidenzwertes im Landkreis Kronach wurde jedoch auch für die Viertklässer Distanzunterricht angeordnet. Nur die Notbetreuung war weiterhin möglich. „Allerdings brauchen die Schüler dreimal in der Woche einen negativen Corona-Test, den sie als Selbsttest unter Anleitung der Lehrkräfte in der Schule durchführen können.“ Alternativ gilt laut Thiele auch ein aktueller Schnelltest oder PCR-Test. „Gleiches gilt natürlich auch für die Lehrkräfte, die erstaunt sind, wie tapfer und souverän die Kinder die Tests weitestgehend selbst durchführen.“ Eine Erstklässlerin meinte: „Es ist schon nicht schön, aber es muss halt sein.“

Ab dem 3. Mai durften die 4. Klassen mit negativem Test endlich wieder zum Lernen in die Schule kommen. Alle anderen blieben weiter im Distanzunterricht zu Hause. Bis wann? Ab heute dürfen endlich auch die 1., 2. und 3. Klassen im Wechsel- oder Präsenzunterricht zurück in die Schule. „Es bleibt spannend!“ red