Nachdem Gertrud Schubert über 42 Jahre lang die katholische Kita St. Laurentius in Neufang geleitet und dabei maßgeblich zu deren hohem Ansehen in der Öffentlichkeit beigetragen hatte, trat sie zum 1. Februar dieses Jahres in den verdienten Ruhestand. Dieser Tage bekam sie ihren verspäteten, aber herzlichen Abschied. Kolleginnen, Vertreter von Kirche und Dorfgemeinschaft, Eltern und natürlich die Kinder waren anwesend, um sie zu ehren.

„Was hatte ich doch für einen schönen Beruf! Mein Leben ist und war die Arbeit. In sie habe ich immer meine gesamte Energie gelegt, manchmal bis an meine Grenzen“, bekundete Schubert bei ihrer offiziellen Verabschiedung. Immer wieder habe sie sich auch auf politischer Ebene für die Belange der Kinder und besonders der Erzieher engagiert; komme doch dem Berufsbild nicht die ihm zustehende Anerkennung zu.

„Das alles hier fehlt mir sehr“

Ihre Familie habe die scheidende Leiterin stets unterstützt und Verständnis gehabt, dass „ihre“ Kita immer an erster Stelle stand. Ihre Aussage, „das alles hier fehlt mir sehr“, bezog sich indes nicht nur auf die Kinder , die Kolleginnen und den Träger, sondern auch auf die Neufanger: Unendlich viele hätten den Kindergarten in all den Jahren mit Rat und Tat unterstützt.

„Die Kita Neufang soll auch weiterhin ein Haus des Lebens und der Freude sein – ein Ort des Lachens und der Gelassenheit“, wünschte sich die nunmehrige Ruheständlerin unter lang anhaltendem Applaus der in kleiner Runde geladenen Gäste.

Ihre Nachfolgerin Yvonne Siegel bedauerte es sehr, dass die Verabschiedung nicht während eines großen Festes erfolgen kann. In ihrer Abschiedsrede „Leinen los zu neuen Abenteuern“ griff sie das Bild eines scheidenden Kapitäns auf. Eigens hierfür hatte der Opa der Kita-Kinder Jonas und Felix Föhrweiser ein wunderbares Schiff gebaut, auf dem Gertrud Schubert als Kapitänin Platz nehmen durfte.

„Vor 42 Jahren hast du dich auf den Weg gemacht und im Kindergarten deinen Anker ausgeworfen. Hier war dein Zuhause, wie du ihn immer genannt hast. In diesen Jahren hast du Familien heranwachsen sehen und viele begleitet“, würdigte Siegel. Anschließend überreichten ihr die Kita-Mitarbeiterinnen symbolische Gegenstände wie Fernrohr , Kompass, ein Netz, eine Landkarte, ein Segel, eine Schatzkiste, einen Schutzengel und schließlich ein Ruder: habe sie doch den Kindergarten von Anfang an gut gesteuert, in viele Richtungen gelenkt und dabei Großartiges geleistet.

„Dein Abschied tut auch uns weh. Nach vier Jahrzehnten deiner segensreichen Arbeit haben nicht nur deine Kolleginnen und die Eltern dich sehr lieb gewonnen, sondern auch Hunderte Kinder “, erklärte die neue Kita-Leiterin.

„Eine sehr gute Entscheidung“

Der Vorsitzende des Kindergarten-Fördervereins, Rudi Gareis, stellte Gertrud Schuberts unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Kinder heraus. Heinz Hausmann habe sie damals für den Posten als Leiterin empfohlen. „Eine sehr gute Entscheidung“, stellte Gareis fest. So habe Schubert doch als „Leiterin der ersten Stunde“ entscheidend zum guten Namen der Kita weit über die Grenzen Neufangs hinaus beigetragen.

Der Kronacher Pfarrer Thomas Teuchgräber dankte seitens der Pfarrgemeinde beziehungsweise der Kirchenverwaltung St. Laurentius ebenso für die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit wie Thomas Pyka, Geschäftsführer der katholischen Kindertagesstätten im Dekanat Kronach. 43 Jahre Erzieherin zu sein und davon 42 Jahre lang in der Leitung, sei eine außergewöhnliche Leistung, so der Geistliche .

Zahlreiche Abschiedsgeschenke

Bereits am Vormittag hatten die Jungen und Mädchen der beliebten Erzieherin mit stimmungsvollen Segensliedern alles Gute für ihren Ruhestand gewünscht und ihr dabei jeweils eine Rose überreicht. An den Rosen hingen Karten mit vielen guten Wünschen für die Zukunft.

Außerdem erhielt Schubert viele weitere Geschenke während ihrer Verabschiedung: einen Obstbaum und ein Kissen vom Elternbeirat sowie ein Bürostuhl vom Kindergarten-Förderverein. Das Geschenk ihrer Kolleginnen war indes etwas ganz Besonderes: ein großer Kugelbrunnen in Erdballform mit der Aufschrift „Du hast uns die Welt gezeigt“.