In der katholischen Pfarrei Rothenkirchen wird am morgigen Sonntag Kirchweih gefeiert. Der Fest-Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Bartholomäus beginnt um 10 Uhr.

Eine erste Kapelle in Rothenkirchen war bereits um das Jahr 1000 vorhanden. Der Ort wurde erstmals 1187 als befestigtes Rittergut urkundlich erwähnt. Hiervon zeugt noch immer die Ruine der durch den Bamberger Bischof Otto II. im 12. Jahrhundert erbauten Burg , von der heute noch das Torhaus erhalten ist.

1525 wurden im Zuge des Bauernkrieges die drei Kemenaten der Anlage beschädigt. Eine weitere stärkere Zerstörung der Burg geschah 1633 während des Dreißigjährigen Krieges, als diese von Landsknechten der Festung Kronach gebrandschatzt wurde. 1667 verkaufte Hans Veit von Würtzburg die Veste an das Hochstift Bamberg.

Nachdem zunächst die Burgkapelle den Mittelpunkt für die Gläubigen in Rothenkirchen und den umliegenden Dörfern gebildet hatte, wurden die Gottesdienste schließlich in der dem Apostel Bartholomäus geweihten Pfarrkirche in der Ortsmitte gefeiert.

1430 wurde Rothenkirchen zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 60 Jahre später erfolgte der Anbau des Ost-Chors an die bestehende Kirche . 1601 bis 1604 erfuhr St. Bartholomäus Rothenkirchen einen Neu- beziehungsweise Umbau auch des Turms. Dabei wurde auch das jetzige Portal eingebaut. 1775 folgten der Einbau der Orgel und die Anschaffung der Turmuhr.

Die Pfarrkirche wurde 1914 saniert. 1927 folgte eine Restaurierung im Kircheninneren. Die „neue“ Kirche wurde zwischen 1963 und 1965 angebaut. Die letzte größere Renovierung im Innern und Außenbereich war zwischen 2001 und 2004.

Bemerkenswert ist die Ausstattung der „alten“ Kirche – wie zum Beispiel der Kreuzweg an der Empore sowie der aus dem 16. Jahrhundert stammende Hochaltar. Er überdauerte die protestantische Zeit zwischen 1548 und 1626 sowie 1632 und 1648. Die Kirchglocken wurden 1586, 1603 und 1649 gegossen.

Geweiht ist die Pfarrkirche dem heiligen Bartholomäus, der Anfang des ersten  Jahrhunderts in Kana in Galiläa gelebt haben soll. Nach christlicher Auffassung war Bartholomäus ein Jünger Jesu und einer der zwölf Apostel , die in den drei ersten Evangelien genannt werden. Der Legende nach soll er als „Zeuge Christi “ in Indien, Mesopotamien und Armenien das hebräische Matthäus-Evangelium gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitten haben soll. Astyages, ein Bruder des armenischen Herrschers Polymios, soll den Befehl gegeben haben, ihm bei lebendigem Leibe die Haut abzuziehen und ihn anschließend kopfunter zu kreuzigen. Andere Quellen berichten von einer Enthauptung.

Seit Beginn des 13. Jahrhunderts wird Bartholomäus mit Messer und abgezogener Haut in vielen Bildern dargestellt. Der Heilige gilt als Patron der Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Schäfer, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger und Buchbinder. Er soll gegen Haut- und Nervenkrankheiten sowie gegen Zuckungen, Dämonen und Geister wirken.

Das Patronatsfest wird in Rothenkirchen am Sonntag vor beziehungsweise nach dem 24. August begangen, während die Kirchweih immer am dritten Sonntag im Juli gefeiert wird; heuer am 18. Juli.

Der Fest-Gottesdienst unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsmaßgaben beginnt um 10 Uhr. Es ergeht herzliche Einladung. hs