Kronach Klassik ist ein seit dem Jahr 2004 jährlich im Herbst stattfindendes Orchesterprojekt von inzwischen überregionaler Bedeutung. Symphonische Literatur soll in Originalbesetzung im Landkreis Kronach erarbeitet und aufgeführt werden. Das ehrenamtliche Organisationsteam wird vom Verein Kronach Creativ unterstützt. In der Corona-Zeit konnte das groß besetzte Sinfonie-Orchester nicht musizieren. So hat sich ein Freundeskreis aus Solisten, Dozenten und Mitspielern als Kronach Klassik-Ensemble zusammengetan, um in Nonettbesetzungen ein beinahe symphonisches Kammermusikprogramm, eine „Petite Symphonie “, auf die Bühne zu bringen.

Das Programm

Auf dem Programm am Samstag, 23. Oktober, stehen drei Besonderheiten aus dem romantischen Repertoire. Das Konzert beginnt mit der stimmungsvollen „Sinfonia“ des italienischen Komponisten Gaetano Donizetti , der vor allem für seine Opern berühmt ist. Als „Sinfonia“ wurde in der ursprünglichen Bedeutung ein instrumentaler Eröffnungssatz bezeichnet. In der „Sinfonia für Bläser“ in g-Moll bricht nach einer einstimmenden, langsamen Einleitung ein lebendiges Allegro hervor – ganz wie in einer Opernouvertüre.

Auf dieses kleine, feine Stück gepflegter italienischer Kammermusik folgt Charles Gounods „Petite Symphonie “. Das Werk wurde für ein Pariser Bläserensemble der „Société de musique pour instruments à vent“ geschrieben. Besonders schöne Melodien hat der Komponist dem Flötisten der Gruppe, seinem Freund Paul Taffanel, zugedacht. Die kluge Instrumentation dieses viersätzigen Werks – es spielen ausschließlich Bläser – sowie die souveräne Formbeherrschung Gounods lassen diese „kleine“ französische Symphonie ihrer großen Schwester in nichts nachstehen.

Schließlich erklingt das Hauptwerk des Abends: Johannes Brahms erste Serenade in D-Dur. Sie ist das Resultat der intensiven Beschäftigung von Brahms mit den Serenaden Wolfgang Amadeus Mozarts und Joseph Haydns und gehört mittlerweile zum Kernrepertoire der bedeutenden Bühnen der Welt. Die hier dargebotene Fassung für Nonett ist jedoch eine Rarität. Auch wenn dieses Standardwerk der romantischen Musikliteratur heute in seiner Orchesterfassung bekannt ist, so war die Serenade von Brahms ursprünglich für nur neun Instrumente geplant. Bei der Uraufführung 1859 in Hamburg erklang das Werk in sechssätziger Gestalt als Nonett – wie auch beim Konzert des Kronach Klassik-Ensembles. Die ursprüngliche Version „für kleines Orchester “ ging jedoch verloren, so dass das originale Klangerlebnis durch verschiedene Rekonstruktionen – wie auch die in Kronach gespielte – nachgebildet wurde.

Die Dirigentin

Die musikalische Leitung dieses Konzerts hat die griechische Dirigentin Dimitra Maragoudakis aus Würzburg inne. Sie erhielt ihren ersten Dirigierunterricht an der Oper Frankfurt im Alter von 17 Jahren. Ausgebildet wurde sie von Prof. Karl-Heinz Bloemeke (HfM Detmold), Prof. Constantin Alex (UdK Berlin) und Prof. Hans-Rainer Förster (HfM Würzburg). Eine Assistenz bei Daniel Barenboim an der Staatsoper Berlin im Februar 2012 wirkte auf sie besonders prägend. Weitere Stationen führten sie zum „ Collegium Musicum “ und zum Universitätschor in Bamberg sowie zum Würzbur-ger Symphonie-Orchester „Ensemble Pizzicato“, dessen Leitung sie seit 2006 innehat. Sie promovierte an der Universität Bayreuth über Stimmfächer des 19. Jahrhunderts und ist nun Dramaturgin und Managerin beim Mozartfest Würzburg .

Das Konzert beginnt um 19:30 Uhr und findet im Kreiskulturraum , Siechenangerstraße 13 in Kronach , statt. Der Eintrittspreis beträgt 17 Euro (ermäßigt 8,50 Euro). Für Schüler, Studenten und Auszubildende ist der Eintritt frei. Karten können bei der Sing- und Musikschule Kronach reserviert werden (Kulmbacher Straße 44, Telefonnummer 09261/91314).

Am Sonntag, 24. Oktober, wird das Konzert ab 18 Uhr in der Markgrafenkirche Seibelsdorf wiederholt. Für beide Konzerte gelten die aktuell üblichen 3G-Regeln.

Auskünfte zum Abonnement erteilt die VHS Kronach , Telefonnummer 09261/606012, E-Mail info@vhs-kronach.de. Weitere Informationen gibt es auf www.kronach-klassik.de und auf www.kronachcreativ.de/musikring/. red