Es kamen zwar weniger Besucher als erwartet in die Rodachtalhalle . Und trotzdem hatte das Thema eine gewisse Brisanz. Es ging um die Errichtung von Mobilfunkantennen durch die Firma ATC Germany Munich GmbH in Zeyern und Seibelsdorf .

In beiden Gemeinden haben sich Initiativen gebildet. Am Montagabend wurden nun in der Gemeinderatssitzung Listen mit rund 320 Unterschriften gegen die geplanten Standorte übergeben. Weiterhin hatte auch der Frankenwaldverein Zeyern ein entsprechendes Statement eingebracht.

Nach einer rund einstündigen Diskussion kam der Gemeinderat überein, das gemeindliche Einvernehmen vorerst nicht zu erteilen.

Aber der Reihe nach. Ende Oktober hatte die Gemeinde zwei Bauanträge auf Errichtung von Mobilfunkantennen erhalten. Eine davon, 30 Meter hoch, sollte in Zeyern , die andere, etwa fünf Meter höhere, in Seibelsdorf entstehen. Begründet wurde dies jeweils mit dem Ausbau der Mobilfunkversorgung für 4G und 5G. Die Masten sollten nach dem Bau der Telefonica GmbH (O2) sowie weiteren Mobilfunkbetreibern zur Verfügung gestellt werden. Als Standort wurde im Bauantrag für Zeyern die Fläche oberhalb des Christusgrabens genannt. Die Antennen würden 200 Meter von der nächsten Bebauung entfernt sein. In Seibelsdorf sollte der Funkmast zwischen dem Ort und Lösau, rund 400 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt, errichtet werden.

Und das sorgt für Unmut der Zeyerner und Seibelsdorfer Bevölkerung. Zum einen werden die Mobilfunkantennen einen massiven negativen Eingriff in das Ortsbild darstellen, zum anderen seien diese zu nah an den nächsten Bebauungen, hieß es. Auch handele es sich beim Gebiet in Zeyern um eine wertvolle Zone für selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten. Der Antragsteller wurde gebeten, seine Bauanträge zurückzuziehen, um einen geeigneteren Standort zu suchen.

Zwei weiße Flecken

Die Bauamtsleiterin Katja Wich erklärte in der Sitzung, dass sich der Antragsteller bis zur Sitzung geäußert habe. Demnach sei eine Änderung der Mastpositionen im Hinblick auf die bereits getätigten Investitionen, die vereinbarten Vertragsgrundlagen sowie die bestehende Dringlichkeit der Mobilfunkversorgung nicht möglich. Am Bauantrag werde daher festgehalten.

Bürgermeister Norbert Gräbner (FWG) sprach von „zwei weißen Flecken“. Würden diese nicht geschlossen, gebe es auch kein autonomes Fahren. Dritter Bürgermeister Roland Pompe sprach von einem „erheblichen Nachholbedarf in Bezug auf Digitalisierung“, aber man sollte versuchen, ein anderes Gebiet dafür auszusuchen. Dem schloss sich Michael Stöhr (FWG) an: „Mobilfunk ja – aber an einem anderen Standort !“

Michael Lincke (FWG) wies auf die bisher nicht vorhandene Standortbescheinigung hin. Bisher sei zwar von fünf Antennen die Rede, wer sage denn aber, dass es nicht mehr werden könnten? Letztendlich wurde entschieden, dass das Gremium grundsätzlich Funkantennen befürwortet. Aufgrund der zu nahen Bebauung, des erheblich beeinträchtigten Einschnitts in die Natur und der nicht vorhandene Standortbescheinigung werde man aber das Einvernehmen verweigern.

Man hofft nun darauf, dass der Antragssteller sich mit alternativen Flächen wie in Zeyern im Bereich der Zigeunerschneidmühle und in Seibelsdorf auf dem Areal der Windkraftanlagen befasst und die Mobilfunkantennen dort gebaut werden.

22 Wohnungen entstehen

Grünes Licht gab es für den Antrag auf Nutzungsänderung von einem Gewerbebetrieb in ein Mehrfamilienwohnhaus mit Tiefgarage, Am Anger 1, durch die Mediplan Helm OHG (ehemaliges Firmengebäude Wunner). Das Gebäude soll in 22 Wohneinheiten umgebaut werden. Weiterhin werden 51 Stellplätze nachgewiesen. Laut Norbert Gräbner werde Wohnraum dringend benötigt.

Informiert wurde darüber, dass die Brücke Sachsenhausen komplett gesperrt ist. Derzeit werde der genaue Sanierungsaufwand ermittelt. Eine finanzielle Unterstützung, so Katja Wich, sei durch die Regierung von Oberfranken in Aussicht gestellt worden.

In der Bürgerfragestunde regte Michael Kuhnlein an, die Fußgängersituation zwischen Arzt und Apotheke zu verbessern. Katja Wich erwähnte eine Machbarkeitsstudie, in der es darum gehe, die Verkehrssituation innerorts sicherer zu machen. Eventuell könnte in diesem Bereich ein „schwebender Gehweg“ angebracht werden.