Der Markt Pressig hat nun neben einer Weinkönigin auch eine Kartoffelkönigin. Gekrönt wurde sie bei einer Kartoffelernte der Grund- und Mittelschule Pressig . So gut schmeckten die Kartoffeln noch nie, war das Fazit der außergewöhnlichen Exkursion, die neben Arbeit auch viel Spaß bereitete.

Der Marktgemeinderat von Pressig und nebenberufliche Landwirt , Thomas Günther , hatte mit seiner Familie die Schüler der beiden vierten Klassen der Grundschule Pressig eingeladen, um den Schülern das Flair einer Kartoffelernte , wie es früher war und auch heute im ländlichen Raum mit traditionellen Bräuchen teilweise noch ist, schnuppern zu lassen. Von ihrem Unterrichtsort, der Grund- und Mittelschule Pressig aus, machten sich die Kinder mit ihren Lehrerinnen Sabine Baumann und Sabrina Unger zu Fuß auf den Weg zum Kartoffelacker im Nachbarort Eila.

Auch Bürgermeister Stefan Heinlein begleitete mit seinen beiden Töchtern Helena und Johanna den Lehrtrip, denn sie sind im nächsten Jahr ABC- Schützen.

Familie Günther hatte alles perfekt vorbereitet und empfing die Klassen zuerst mit einem kurzen Vortrag zur Herkunft und dem Aussehen der Kartoffel. Thomas Günther informierte dabei, dass es ein langer Weg von der Saat bis zur Ernte ist. Dieser beginnt im Frühjahr mit der Saatbeetvorbereitung und dem Stecken beziehungsweise Legen mittels eines Legegeräts in den Acker . Bis zur Ernte sind weitere Schritte notwendig, um die Kartoffeln vor Fressfeinden zu schützen. Ein Elektrozaun schützt die Beete vor Wildschweinen. Um dem Kartoffelkäfer Einhalt zu bieten, muss der Acker mehrmals im Sommer per Hand abgelesen werden. Das Unkraut muss mit der Hacke entfernt und die Trapezform der Reihen wieder hergestellt werden, um eine Austrocknung der Knolle zu vermeiden. Die Kartoffel wurde vor einigen hundert Jahren von der botanischen Kostbarkeit zu einer Hauptnahrung in Europa.

Und dann kam der mit Spannung erwartete praktische Teil für die Kids. Dann ging es los und die Kinder durften tatkräftig mit anpacken. Direkt hinter dem Kartoffelroder (Arbeitsgerät zur Hilfe bei Kartoffelernte ), zur Verfügung gestellt und bedient von Bauer Hans Blinzler, sammelten die Schüler die aus der Erde geschleuderten Knollen ein. Der Landwirt erklärte den Kindern, dass früher die Kartoffeln noch mit Hacke und per Hand aus dem Ackerboden geholt wurden. Hochmotiviert schafften die fleißigen Helfer fünf Reihen, so dass eine stolze Menge an Kartoffeln zusammenkam.

Kartoffelsuppe vom Dreibein

Als Stärkung gab es hausgemachte Kartoffelsuppe mit Würstchen vom Dreibein und natürlich selbst gesammelte Kartoffeln aus dem offenen Feuer. Allein der Duft verführte und es war kaum noch zu erwarten, eine zünftige Brotzeit zu sich zu nehmen. Den Abschluss bildete die Krönung der Kartoffelkönigin, die ein Exemplar von über 400 Gramm Gewicht gefunden hatte. Alle Schüler durften sich schließlich eine Tüte ihrer selbst aufgelesenen Kartoffeln mit nach Hause nehmen.

Bürgermeister Heinlein sagte herzlichen Dank an die Familie Günther und deren Helfer für ihre Bemühungen und die Bewirtung. An diesen Tag werden sich die Schüler sicherlich noch lange erinnern, zeigte sich der Rathauschef überzeugt. eh