Auch wenn der nasskalte Frühling wenig motivationsunterstützend für ehrenamtliche Arbeiten im Außenbereich war, die vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderten Biodiversitätsprojekte in Nordhalben gehen zügig dem Finale entgegen. Leiter Michael Büttner kann auf das erste Halbjahr 2021 zufrieden zurückblicken.

Zwei „Himmelsteiche“ sind wohl die markantesten Vorhaben, die sich im Lauf der Zeit zu dauerhaften Biotopen für vor allem amphibisches Leben entwickeln sollen. Sie werden allein durch Quell- oder Grundwasser oder Niederschläge gespeist, mit entsprechend schwankendem Wasserstand bis hin zu völliger Austrocknung.

Bei den Vorarbeiten waren auch die Frankenwald-Naturpark-Ranger mit tätig, die Ausschachtungen wurden durch eine ortsansässige Baufirma vorgenommen. Die temporären Gewässer dienten bereits als Laichgründe für Kröten und Lurche in den letzten Wochen.

Doch dass diese Maßnahme nach den bereits verbauten oder verplanten Eigenmitteln für Nordhalben in diesem Jahr noch verwirklicht werden konnte, ist nur einer solidarischen Geste der Biodiversitäts-Partnerstadt Rottenburg an der Laaber zu verdanken. Diese hatte Projektgelder übrig und leitete sie dankenswerterweise an die Frankenwaldkollegen weiter.

Doch Michael Büttner und seine Helfer waren auch in anderen Bereichen tätig, wie er in einem Gespräch erläuterte. Eine dauerhafte Beschäftigung ist das „Wiesenbrüter-Projekt“, mit der die ehemals offenen Flurflächen wieder von wildem Baum- und Buschbewuchs befreit werden. Dadurch und mit einer extensiven Bewirtschaftung wird geschützten Arten der heimischen Flora und Fauna ihr Lebensraum wieder zugänglich.

Corona bremst Aktionen

Darüber aufzuklären, dass diese mitunter falsch verstandenen „Entbu­schungsaktionen“ dem eigentlichen Naturschutz dienen, darin sieht Büttner eine seiner weiteren Aufgaben. Und auch die Flur vom Müll rücksichtsloser Mitmenschen zu befreien. Die bisher von ihm initiierten Gemeinschafts-Aktionen „Saubere Landschaft“ konnten nun schon zum zweiten Mal aus „Corona-Gründen“ nicht stattfinden. Daher appelliert er an die bisherigen Mitstreiter und alle umweltbewussten Mitbürger, auch heuer wieder eigeninitiativ und einzeln mit den Müllbeuteln loszuziehen.

In Kooperation mit dem Bayerischen Staatsforstbetrieb Nordhalben , bei dem Büttner beruflich tätig ist, und dem gemeindlichen Bauhof wurden die kleinen Grünflächen zwischen den Parkplätzen in der Ortsmitte wieder bepflanzt. Anstelle der eingegangenen Rotdornbäume sollen nun Els- und Vogelbeere das Areal aufwerten, womit dann auch die Finanzierung aus dem Topf „ Marktplatz der biologischen Vielfalt “ fast wortwörtlich umgesetzt wird.

Schwerpunkt im März war eine arbeitsaufwendige Pflegemaßnahme eines ehemaligen Gartengrundstücks unterhalb der Schule, das verwildert war. Hier wurden Zaunreste und Müll entfernt, biologisch wertvolle Pflanzen freigelegt und naturfremde herausgenommen. Das angesammelte Buschwerk dient als Brut- und Rückzugsmöglichkeit für Kleintiere. Insgesamt wurde das Areal im Gemeindeeigentum am „Frankenwaldsteigla Kirchgänger“ wieder in einen naturnahen und ansehnlichen Zustand versetzt. Auch im Garten der „Alten Schule“ im Ortsteil Heinersberg war ein Trupp Freiwilliger tätig und pflanzte Obstbäume, Kräuter und Beerensträucher für eine spätere Nutzung durch die Bevölkerung.

Alleinstellung in Oberfranken

Zehn Gemeinden in Bayern sind seit zwei Jahren mit ortsspezifischen Biodiversitätsstrategien im Verbund u.a. mit Naturschutzverbänden im „ Marktplatz der biologischen Vielfalt –Bayerische Kommunen setzen auf Biodiversität “ tätig. Nordhalben ist der einzige Vertreter aus Oberfranken. Welchem Stellenwert der landesweiten Aktion zugemessen wird, zeigt, dass sie 2020 als „UN-Dekade-Projekt“ ausgezeichnet wurde. Damit wurden Initiativen, „die in herausragender Weise zum Schutz der Lebensraum-und Artenvielfalt beitragen, gewürdigt und so in ihrer Vorbildwirkung gestärkt“. Die „Dekade“ zur biologischen Vielfalt umfasste die Jahre 2011 bis 2020. Das bayerische Biodiversitätsprojekt ist bis Ende 2021 anberaumt.

Büttner und seine haupt- und ehrenamtlichen Helfer haben noch einiges vor, um ihre dreijährige Arbeit erfolgreich abzuschließen. Was bisher geleistet wurde und weitere Informationen zum „ Marktplatz der biologischen Vielfalt “ finden sich auf der Homepage des Marktes Nordhalben www.nordhalben.de/rathaus/biodiversitaet-nordhalben/.