Das Fünf-Wunden- Kreuz bei Rothenkirchen wurde durch Ehrenamtler und Idealist Roland Ringlstetter wieder auf Hochglanz gebracht. Bürgermeister Stefan Heinlein bezeichnete den hilfsbereiten ehemaligen Polier als handwerklichen Allrounder, er sei quasi „ein Multitooler, der sieht, wo Hand angelegt werden muss. So habe sich Ringlstetter auch der Renovierung des Fünf-Wunden-Kreuzes bei Rothenkirchen angenommen.

Dazu musste er zunächst einmal die Einzelteile demontieren, um das über 2,50 Meter hohe und circa einen Meter breite Holzkreuz zu bearbeiten, zu grundieren und mit neuer Farbe anzumalen. Danach kamen die Einzelteile, wie die Hände und Füße und zum Schluss das Herz, welches er mit besonders witterungsbeständiger Grundierung und Farbe auf Hochglanz brachte. Selbst der Bürgermeister war fasziniert und scheute sich nicht, bei der Montage mit anzupacken. Er dankte Roland Ringlstetter für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement auch schon seit einigen Jahren als rühriger Platzwart am Freizeitareal im Landleitenbachtal. Das Gemeindeoberhaupt dankte bei dieser Gelegenheit auch der Kreuzstifterin, der Familie Haderlein, für die Mutter Hildegund und Sohn Markus bei der Neuinstallation anwesend waren.

Vor 25 Jahren, nämlich im Jahr 1997, wurde dieses Fünf-Wunden-Kreuz von der Besitzerfamilie Haderlein aus Brauersdorf wieder an der Gemeindeverbindungsstraße Rothenkirchen-Brauersdorf installiert. Es musste viele Jahre zuvor von seinem angestammten Platz weichen, weil ein Straßenbau anstand. Seither war es zu Hause bei Haderleins aufbewahrt worden.

In der Zwischenzeit musste es im Jahr 2007 schon einmal saniert werden. Heimatforscher Josef Beitzinger nahm sich seinerzeit dieser Aufgabe an und renovierte zusammen mit dem Porzellanmaler Peter Grebner das von Witterungseinflüssen stark gezeichnete Kreuz.

Damals war Kreisheimatpfleger Roland Graf anwesend und fand rührende Worte für die Erhaltung. Er fand dies eine wunderbare Sache, wie sich Menschen freiwillig solch sakraler Mahnmale annehmen, und dankte für diese gemeinnützige Arbeit. Graf hob damals hervor, dass es im Landkreis Kronach über 600 religionsgeschichtliche und über 500 archäologisch bedeutsame Denkmäler und Mahnmale gebe. Die Verehrung der Fünf Wunden Jesu ist tief im Glauben verwurzelt und wird auch im Rosenkranz gesondert gebetet. Daher müsse man hohe Anerkennung zollen, wenn sich einige Bürger freiwillig bereiterklärten, ehrenamtlich solche Zeugen des Glaubens zu hegen und zu pflegen.

Der Ort ist eine gute Stelle zur stillen Einkehr, um zu sich selbst und zu Gott zu finden. Ein paar Meter vom Kreuz entfernt befindet sich eine von der Marktgemeinde aufgestellte Ruhebank mit Blickkontakt zum Kruzifix. Das Fünf-Wunden-Kreuz stellt symbolisch die fünf Wunden Christi bei seiner Kreuzigung dar.