Karl-Heinz Hofmann

Der Spatenstich am neuen Gemeindezentrum am Brunnen war ein Meilenstein in der jüngeren Geschichte des Bierdorfs. Mehr als zwölf Jahre dauerten die Planungen, es gab viel Bürokratie zu bewältigen. Von den Verantwortlichen von Kirche und Gemeinde waren Feingespür und vor allem Beharrlichkeit gefragt.

Bürgermeister Jörg Neubauer war die große Freude anzumerken, nach einer langen Vorgeschichte als Nachfolger von Egon Herrmann den Spatenstich mit durchführen zu dürfen. Zu der „für Weißenbrunn glücklichen Stunde“ konnte er neben Herrmann zahlreiche Gäste begrüßen. Das Projekt solle zu einer einheitlichen und nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung beitragen. Ziel sei die Wiederbelebung des Ortskerns durch öffentlichkeitswirksame Nutzungen.

Direkt am Jungfer-Kättl- Brunnen soll laut Bürgermeister ein soziales Zentrum und ein Ort der Kommunikation für alle Generationen entstehen. Das ehemals ortsprägende Ensemble solle wiederhergestellt werden. Dazu gehört, das alte Lernershaus unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes zu sanieren und das inzwischen abgerissene Schrammshaus mit neuer Architektur wieder aufzubauen. „Hier findet eine perfekte Kombination aus Alt und Neu statt“, sagte Neubauer.

Für einen symbolischen Euro

Im Jahr 2009 hatte die Gemeinde für einen symbolischen Euro die Industriebrache der Schultheiß-Brauerei gekauft. Noch im gleichen Jahr begann der Abriss, eine riesige Freifläche entstand. Diese sollte sinnvoll genutzt werden. Im November 2010 beschloss der Gemeinderat den Bau eines Gemeindezentrums mit finanzieller Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde .

Ein Jahr später stand das Nutzungskonzept, 2012 folgten Gespräche mit potenziellen Fördergebern bei der Regierung von Oberfranken.

Das lange Warten wirkte sich am Ende sogar positiv aus, denn die Förderquote stieg von 60 auf 90 Prozent. Am 31. Januar 2017 folgte der einstimmige Ratsbeschluss, das Projekt beim Amt für ländliche Entwicklung anzumelden, im Mai konnte das Architekturbüro SHL mit der Planung beauftragt werden.

Im Januar 2019 traf der Bewilligungsbescheid bei der Gemeinde ein. Doch Einwände des Landesamts für Denkmalpflege führten zu einer Umplanung und zu erhöhten Kosten.

Die Gesamtkosten belaufen sich laut Bürgermeister auf 1,892 Millionen Euro. Der gemeindliche Anteil von 1,233 Millionen Euro wird von der Kirche (659 000 Euro), der Oberfrankenstiftung (29 100 Euro) und einer Spende der Familie Sonja und Hubert Zipfel (250 000 Euro) kofinanziert .

„Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen.“ Mit diesem Zitat von Walt Disney charakterisierte Landrat Klaus Löffler den zwölfjährigen Fortgang des Projekts. Hier seien Leute am Werk gewesen, „die ihre Visionen nicht aus den Augen verloren, auch wenn es hin und wieder Rückschläge gab“. Sie hätten sich nicht entmutigen lassen und an ihrem Traum festgehalten. Der Landrat stellte vor allem die ehrenamtliche Leistung von Vertrauensfrau Carolin Zipfel-Kempf hervor. Mit dem Spatenstich beginne nun eine weitere Epoche der Dorfgeschichte.

„Es hat sich gelohnt zu kämpfen“

„Für dieses Projekt hat es sich gelohnt zu kämpfen“, sagte Carolin Zipfel-Kempf.

Wolfgang Kießling hob den glücklichen Umstand hervor, dass mit der Förderoffensive Nordostbayern ein weiteres Programm aufgelegt wurde.

Egon Herrmann blickte auf die Anfänge im Jahr 2009 zurück. Besonders der damalige Pfarrer Jürgen Hacker habe sich für das Projekt in der Landeskirche engagiert und deren Zustimmung erwirkt. Der ehemalige Rathauschef zeigte sich allen Beteiligten gegenüber sehr dankbar, vor allem den Gemeinderatskollegen.