Veronika Schadeck

Es ist ein weithin sichtbares Mahnmal für den Frieden und die Versöhnung auf der Welt. Auf der Höhe am südlichen Ortsausgang von Hirschfeld steht ein neues, acht Meter hohes Friedenskreuz, das durch die Soldaten- und Heimkehrerkameradschaft errichtet wurde. Der „Stammtisch der Zwielichtigen“ hat vor wenigen Tagen für Wanderer und Spaziergänger zwei Sitzbänke gespendet. Am Sonntag, 28. August, folgt nun die feierliche Weihe durch Erzbischof Ludwig Schick .

Einer, der sich ganz besonders darüber freut, ist das Gründungsmitglied Josef Förtsch (98), der einzige noch lebende Zeitzeuge im Dorf, der den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat. Als junger Soldat war er in Russland eingesetzt. Erfrierungen im Winter und Munitionsmangel hätten ihn und seine Kameraden zusehends demoralisiert. Die Unterkünfte waren vollgestopft mit Kranken und Verwundeten. Josef Förtsch kann sich noch gut erinnern, dass er in einem Sonnenblumenfeld plötzlich Russen gegenüberstand und sie vertreiben sollte. In seinem Fall starrten sich die Gegner an und ließen die Gegenseite unbehelligt.

Schließlich wurde er nach Westfrankreich versetzt, wo er gefangen genommen und nach Lagerstationen in England, Amerika, Holland und Münster 1948 in die Heimat zurückkehrte. Aus Dankbarkeit, die schreckliche Zeit überlebt zu haben, rief Josef Förtsch mit weiteren Kriegsheimkehrern 1954 die Heimkehrer-Kameradschaft ins Leben. Zur Ehre Gottes und als Dank errichtete der Verband ein Friedenskreuz, das im August 1957 eingeweiht wurde.

Josef Förtsch freut sich nun umso mehr, dass er die Weihe des neuen Friedenskreuzes miterleben darf. Es besteht nicht mehr – wie das erste – aus Holz. Wegen der Stabilität wurde Stahl als Baumaterial ausgewählt. Über 10.000 Euro und viele freiwillige Stunden der Mitglieder der Heimkehrer-Soldatenkameradschaft wurden investiert.

Am Sonntag, 28. August, wird um 17 Uhr das Friedenskreuz durch Erzbischof Ludwig Schick mit einem Pontifikalamt in der Marienkirche und einer anschließenden Prozession zum Friedenskreuz eingeweiht. Danach ist gemütliches Zusammensein mit den Frankenwaldmusikanten.