Ein wenig gruselig sieht er schon aus mit seinen großen, spitzen Zähnen. Angst zu haben braucht aber niemand vor „Schorsch“, der fast die gleiche Farbe hat wie seine Leibspeise Schiefer. Das lustige dunkelblaue Kerlchen mit den blau-weiß geringelten Füßen und einem ein wenig zu kurz geratenen Öhrchen knuspert nun mal am liebsten Schiefersteine, wofür es eben scharfe Zähne braucht.

Seit vielen Jahren „wohnt“ das putzige Männlein nun schon im Deutschen Schiefertafelmuseum in Ludwigsstadt . Wo war es vorher zu Hause und wie kam es überhaupt dazu, dass es mit seinen hundertvierunddreißigfünfachtel Jahren eine neue Bleibe suchen musste? Das erfahren alle Leser in dem im Oktober erschienenen Buch „Schorsch, der Schieferbeißer“ von Nicole Wittig.

Keine Lesung möglich

„Wir wollten zur Buchvorstellung eine Autorenlesung im Schiefermuseum abhalten und hierzu ganz viele Kinder einladen. Leider ist das aktuell nicht in einem vernünftigen Rahmen möglich“, bedauert die Autorin. Daher habe man sich darauf verständigt, ein Video mit einer Leseprobe sowie einigen Hintergrundinfos aufzunehmen und ins Internet zu stellen.

Schorsch sei ja schon so etwas wie eine kleine Berühmtheit und ein Medienprofi noch dazu; ranken sich doch bereits fast 30 Geschichten auf der Internetseite des Schiefermuseums um den knuffigen Gesellen. Auch ein tolles, von Daniel Leistner illustrierte Büchlein gibt es bereits. „Nun aber wurde es Zeit für die Vorgeschichte – sprich sein allererstes Abenteuer, warum Schorsch nicht mehr länger bei seiner Oma wohnen konnte und sich auf Wohnungssuche begeben musste“, macht die Haßlacherin neugierig. Bei der ebenso spannenden wie lehrreichen Erzählung handelt es sich um den fünften Band der Reihe „Naturgeschichten aus dem Wiesengrund“. Dass das Maskottchen in diese Reihe aufgenommen wurde, erfülle sie und das ganze Schiefermuseum-Team mit großem Stolz, sei doch auch Schorsch aus einer Gemeinschaftsidee heraus entstanden.

„Meine Kollegin Karina Schönheit nähte eine Figur aus der Jeanshose des Ehemanns meiner zweiten Kollegin Manja Hünlein“, verrät die Reiseverkehrskauffrau. Die damals noch namenlose Figur saß im Schiefermuseum, bevor sie sie kurz vor Weihnachten mit zu sich nach Hause nahm. Sie setzte dem Männlein eine Mütze auf, band ihm einen Schal um, setzte ihn in den Schnee und fotografierte ihn für die Facebook-Seite des Schiefermuseums.

Ein Maskottchen und seine Geschichte

„Kein Mensch wusste aber, um wen es sich handelte und worum es dabei ging. Wir gaben ihm den typisch fränkischen Namen Schorsch, und natürlich brauchte es auch eine Geschichte dazu“, erinnert sich Nicole Wittig, die mittlerweile rund 30 Kurzgeschichten über seine Erlebnisse für die Internetseite des Museums niederschrieb. Hinzu kam das Büchlein mit Daniel Leistner und jetzt eben das Kinderbuch . Ihr erstes „richtiges“ Buch ist es indes nicht, veröffentlichte sie doch bereits im März 2019 ihre Urban-Fantasy-Geschichte „Mercator – die Seelenhändlerin“, ebenfalls im Wiesengrund-Verlag und ebenfalls mit der Lektorin Katharina Platz, mit der sie auch jetzt wieder sehr gut zusammenarbeitete.

Zum Schreiben kam die 41-Jährige bereits in der achten Klasse, als im Unterricht im Kaspar-Zeuß-Gymnasium Trivialliteratur behandelt wurde. „Wir schrieben Geschichten und ich merkte, dass mir das liegt“, erzählt Nicole Wittig. Nachdem sie 2014 mit ihrem Krimi „Eisengel“ am Fränkischen Krimipreis teilgenommen und dabei den Sprung in die Top Ten geschafft hatte, nahm sie sich vor, ein „ganzes“ Buch zu schreiben.

Nicole Wittig und das gesamte Team hoffen, dass sich viele Menschen von Schorsch begeistern lassen. Natürlich erfahren die Leser auch etwas über den Frankenwald und die Schiefertradition.

Die Geschichte richtet sich an Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren und eignet sich aufgrund der großen Schrift gut für Leseanfänger. Das von Wiebke Siegmund zauberhaft gestaltete Hardcover-Buch mit 48 Seiten kann für 10,90 Euro im Ludwigsstädter Regionalmarkt, im Museum, beim Verlag oder online erworben werden. Ein Teil des Erlöses kommt Kinderprojekten zugute.

Die Leseprobe mit weiteren Infos der Autorin findet man unter www.schiefermuseum.de.