Im Schlosspark des Wasserschlosses Mitwitz wurden verschiedene Nistkästen für die vielfältige Vogelwelt sowie Fledermausquartiere an Bäumen angebracht. Entlang der Fußwege bieten diese – neben natürlichen Baumhöhlen – attraktiven Wohnraum. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Artenschutz- bzw. Umweltbildungsmaßnahme durch den Landschaftspflegeverband (LPV) Frankenwald e.V. zusammen mit der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken.

„Mit den Nistkästen soll die Brut unter anderem für Stare, Blaumeisen , Rotkehlchen sowie Trauerschnäpper vereinfacht werden. Gleichzeitig wurden verschiedene Fledermaus-Quartiere aufgehängt, um für Zwergfledermäuse, Abendsegler sowie andere Fledermäuse Raum für ihre Wochenstuben, zur Aufzucht der Jungen, zu schaffen“, erläuterte die Geschäftsführerin des LPV Frankenwald Landkreis Kronach, Christine Neubauer , im Schlosspark . Insgesamt wurden dort 36 unterschiedliche Holz- bzw. Holzbeton-Kästen aufgehängt, da alle „Flugkünstler“ einen ganz eigenen Geschmack hinsichtlich Art bzw. Materialien ihrer „Wohnungen“ haben.

Die Bauart der 24 Vögel-Nisthilfen sowie zwölf Fledermaus-Quartiere richtet sich denn auch ganz nach deren Ansprüchen. Für Vögel gibt es beispielsweise spezielle Kastentypen für Höhlen-, Halbhöhlen- und Nischenbrüter. Auch Fledermäuse bevorzugen artspezifisch verschiedene Kästen , welche im Inneren entweder Spalten abgeplatzter Rinde oder Totholzhöhlen nachempfunden sind.

Projektleiterin Christina Höpflinger von „Fledermäuse im Frankenwald“ ergänzt, dass Fledermausalttiere witterungsbedingt gerne mitsamt ihren Jungtieren zwischen verschiedenen Quartieren wechseln. Daher lohne es sich, mehrere Fledermauskästen gruppiert und in unterschiedlichen Ausrichtungen anzubringen. Baumpfleger Stefan Becker hatte die neuen Domizile in luftiger Höhe fachmännisch angebracht.

Finanziert wurde die Aktion als Landschaftspflegemaßnahme für Mitgliedsgemeinden des LPV, um einen Beitrag für den Erhalt der Kulturlandschaft und den Artenschutz zu leisten. 70 Prozent der Kosten werden vom Umweltministerium über den Verband gefördert; die restlichen 30 Prozent tragen jeweils zur Hälfte der Landkreis Kronach sowie die Gemeinde Mitwitz .

„Das ist ein tolles Projekt“

Sehr angetan vom Projekt zeigte sich der Mitwitzer Bürgermeister Oliver Plewa, der darin eine weitere Aufwertung des Schlossparks sah. Da sich seine Gemeinde – Mitglied im LPV – für den Umwelt- und Artenschutz stark mache, sei man für jeden Beitrag dankbar. „Das ist ein tolles Projekt“, würdigte er das Engagement aller Beteiligten.

Laut dem Geschäftsführer der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken, André Maslo, nutzen zahlreiche Tierarten – darunter viele Vertreter der Vögel und Fledermäuse – Hohlräume, Ritzen, Spalten oder Nischen als Nist-, Jungenaufzucht- und/oder Ruheplätze. Wo natürliche Höhlen in alten Bäumen oder Unterschlupfmöglichkeiten an Gebäuden fehlten, könne höhlenbewohnenden Arten gezielt und vergleichsweise einfach durch die Installation von Nisthilfen geholfen werden. Hierdurch ließen sich zwar nicht die Verluste ursprünglicher Lebensräume ersetzen; negative Effekte könnten jedoch für einige Arten zumindest etwas abgemildert werden.

Das Beobachten von Nisthilfen mache darüber hinaus Spaß und eigne sich hervorragend, um gerade Kinder bzw. Jugendliche mit Tieren und deren Lebensweise vertraut zu machen, was ihm ein großes Anliegen sei.

Der Schlosspark sei hierfür in besonderem Maße geeignet, da hier erfreulicherweise auch heutzutage seltene Vogel- bzw. Fledermaus-Arten vorkämen. Zudem werde der Park stark von Einheimischen sowie Touristen aufgesucht, die man ebenfalls für den Natur- sowie Umweltschutz sensibilisieren möchte. Diesen möchte man mit dem Projekt zugleich aufzeigen, wie man mit vergleichsweise wenig Aufwand sowie geringen Kosten der Artenvielfalt etwas Gutes tun könne. Anleitungen für die Domizile finden sich beispielsweise im Internet auf den Seiten von Naturschutz-Institutionen.

Und wer ist im Frühjahr eingezogen?

Eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Kästen erhält nicht nur den Fledermäusen ein ausreichendes Quartierangebot bzw. den Vögeln eine optimale Brutstätte, sondern soll auch den Erfolg der Maßnahme aufzeigen. Dazu ist geplant, im nächsten Frühjahr gemeinsam mit Kindern aus Mitwitz und Umgebung nachzuschauen, wer eingezogen ist.

Ein weiteres Ziel ist die Installation einer Infotafel zu den Nisthilfen, was voraussichtlich im nächsten Sommer realisiert wird. Verantwortlich hierfür zeichnet die neue Bundesfreiwilligendienstleistende Alexandra Geiger aus Ingolstadt. Sie wird zunächst ein Rätselfaltblatt für Kinder entwerfen, das in einer Flyerbox im Schlosspark verfügbar sein wird.