Gleich zwei Kreismusikfeste des Nordbayerischen Musikbundes stehen in diesem Jahr im Kreis Kronach auf dem Programm. Während eines dieser Feste bei der Musikkapelle Nordhalben in der Zeit vom 15. bis 17. Juli stattfindet, läuft das erste davon von Freitag bis Sonntag, 10. bis 12. Juni, beim Musikverein Nurn .

Bereits seit 1971 besteht der musikalische Kulturträger im Steinwiesener Ortsteil, und der wollte im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern. Doch da machte Corona einen Strich durch die Rechnung, so dass die Feier auf heuer verschoben worden ist.

Den Auftakt im Festzelt beim Mehrzweckhaus in Nurn bestritt die niederbayerische Partyband „Alarmstufe Rock“. Am Samstag um 18 Uhr finden die ersten Standkonzerte im Ort statt. Danach schließt sich ein Sternmarsch der Gastkapellen und der Gemeinschaftschor an. Einer der Höhepunkt steigt ab 20 Uhr mit dem Auftritt der unterfränkischen „Hergoldshäuser Musikanten “.

Der Sonntag wird um 8.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Sankt-Michaels-Kirche eingeläutet. Um 10 Uhr spielt im Festzelt der benachbarte Musikverein Birnbaum zum Frühschoppen auf. Um 12.30 Uhr finden zum zweiten Mal Standkonzerte an den verschiedensten Plätzen im Dorf statt. Erneut schließen sich ein Sternmarsch und ein Gemeinschaftschor an. Ab 14 Uhr ist es der Musikverein Zeyern , der zur Unterhaltung aufspielt. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister und Landsratsstellvertreter Gerhard Wunder übernommen. Auf einen langatmigen Festkommers wurde an den drei Tagen verzichtet. Als Ersatz hierfür findet im Herbst ein Konzert- und Ehrungsabend statt.

Nach mehreren Zusammenkünften sind das Führungstrio des Musikvereins mit Alexander Franz, Katja Lunk und Maximilian Sesselmann sowie ein großes Helferteam gut vorbereitet, um die anstehenden Arbeiten und Aufgaben zu bewältigen.

100 Jahre Blasmusik

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass in Nurn bereits seit über 100 Jahren Blasmusik betrieben wird. Durch Kriegseinflüsse war die Kapelle aber immer wieder zur Auflösung gezwungen. Nach 1945 bemühte sich die Familie Hofmann um die Weiterführung der Musik im Ort. Doch dauerte es bis zum Jahr 1971, bis der Grundstein gelegt worden war, dass der heutige Musikverein aus der Taufe gehoben wurde und deshalb heuer auf sein 51-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

Zwei außergewöhnliche Ereignisse waren die Anstoßpunkte zur Vereinsgründung, nämlich ein Gaudifußballspiel und ein sich anschließendes Stammtischgespräch. Die Spaßfußballer wurden seinerzeit von „zusammengewürfelten“ Musikanten zum Spielfeld begleitet, und dabei merkte man, dass ein Musikverein – die Kapelle Hofmann hatte es nicht mehr gegeben – der Frankenwaldgemeinde gut zu Gesicht stehen würde. Bei einigen Gläsern Bier wurde diese Thematik immer intensiver ins Visier genommen.

Am 13. März 1971 wurden schließlich „Nägel mit Köpfen gemacht“ und der Musikverein von 66 Ortsbürgern ins Leben gerufen. Von der Gründerzeit an hatte Anton Deuerling knapp über 30 Jahre die musikalische Leitung inne. Dem folgte der heute noch vor der Kapelle stehende Dirigent Wolfgang Schrepfer aus Steinwiesen.

Vom Gründungstag an stand der inzwischen verstorbene Bruno Franz 22 Jahre lang in Folge als Vorsitzender an der Spitze. Ihm folgte Jürgen Eckert, der vor drei Jahren von einem Dreier-Vorstandsteam abgelöst wurde.

Die Vereinsführung und die treuen Mitglieder dürfen stolz auf das vergangene halbe Jahrhundert blicken, wenngleich es nicht immer nur Licht gab. Die Musikanten haben es aber mit ihrer Liebe zur Blasmusik verstanden, eine verschworene Gemeinschaft zu bilden und zu sein. hf