Nachdem die großen Traditionen, die an Fronleichnam und Flurumgang in Wallenfels stattfinden und jährlich viele Einwohner und Gäste anziehen, leider ausfallen mussten, wurde nach Alternativen gesucht. Die beiden Feste haben für die Stadt eine besondere Bedeutung, besonders das Fahnenschwingen an Fronleichnam, mit dem an den Dreißigjährigen Krieg erinnert wird. Deshalb wurden kurzerhand die Gottesdienste ins Freie verlegt.

Am Donnerstag fand die Messe auf dem Bergschneidmühlen-Platz und am Sonntag beim Sommerkeller statt. Das hatte den großen Vorteil, dass viel mehr Gläubige teilnehmen konnten, denn der Abstand wurde gewahrt. Außerdem feierten Abordnungen der Vereine, die Soldaten und Trommler ohne Probleme mit.

Für die Einwohner von Wallenfels ist Fronleichnam ein ganz besonderer Tag. Sichtbares Zeichen ist der Brauch des Fahnenschwingens auf der Schwedenbrücke, mit dem an Geschehnisse im Dreißigjährigen Krieg erinnert wird. Viele ehemalige Bewohner der Flößerstadt kehren an diesem Tag und dem darauffolgenden Sonntag – Flurumgang – in die alte Heimat zurück.

Als sich bei den Inzidenzwerten für den Landkreis Kronach ein klarer Abwärtstrend abzeichnete, konnte der Ortsgeistliche Pater Jan Poja CR vor drei Wochen schließlich die Entscheidung treffen, dass an den für den Ort wichtigen Festen zumindest ein Gottesdienst im Freien durchführbar sei. Die Planungen mussten dementsprechend kurzfristig in die Wege geleitet werden. Umso erfreulicher war für die Organisatoren die Tatsache, dass zahlreiche Gruppierungen und Vereine ihre Teilnahme am Gottesdienst zusicherten. So konnte Pater Poja sowohl am Donnerstag als auch am Sonntag Abordnungen der Soldaten und Trommler begrüßen. Stadt- und Pfarrgemeinderat sowie die Kirchenverwaltung ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, zum Gottesdienst zu erscheinen, ebenso wie zahlreiche Gläubige , die an beiden Tagen die Hl. Messe mitfeierten.

„Altes ist vergangen, Neues ist geworden.“ Mit diesem vieldeutigen Zitat aus dem Korintherbrief (2 Kor 5, 17) gestalteten die Jugendlichen von der Kath. Jugend Wallenfels in diesem Jahr den Blumenteppich an Fronleichnam. Zentrales Bildelement war der Schmetterling, der auch schon bei der Fastenaktion der Pfarrei das Leitmotiv gewesen war.

Die Sonntagsmesse am Flurumgang fand am Sommerkeller statt. Zahlreiche Stühle wurden aufgestellt, um möglichst vielen Menschen den Besuch zu ermöglichen. Der Blumenteppich, oder sollte man lieber sagen, der „Ährenteppich“ wurde von den Trommlern gestaltet und zeigte eine große Monstranz, die ganz aus Ähren gelegt war. Hoffnungsvoll zeigt sich auch die Botschaft, die ebenfalls auf dem Teppich zu finden ist: „Ich bin da.“ Das Thema Neuanfang stand auch bei der Sonntagsmesse im Vordergrund, bezogen auf die Umwelt und die Schöpfung. Es gelte, sich an Jesus Christus zu orientieren, so Pater Poja: „Jesus Christ for future – Jesus Christus für unsere Zukunft.“ Wenn sich alle Christen , über zwei Milliarden weltweit, an Jesus orientierten, dann bräuchte es weder Klimakonferenzen noch eine Greta Thunberg , so der Geistliche . Es gelte , ein neues gesellschaftliches Klima des Miteinanders und Füreinanders zwischen allen Menschen zu schaffen, in dem allein auch Natur und Planet profitieren könnten. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch das Duo „Flair“, bestehend aus Ute Fischer-Peterson und Alexandra Förtsch. sd