Könnte man das Kronacher Mobilitätskonzept ganz Deutschland überstülpen? Anton Hofreiter , Fraktionschef der Grünen im Bundestag , meint ja. „Wir wollen es für ganz Deutschland übernehmen.“ Bei diesen Worten sitzt er in der Kronacher Mobilitätszentrale und lässt sich von Gabriele Riedel, der Regionalmanagerin, über das Konzept informieren. Das sei nun ein Jahr alt und viele Ecken und Kanten bereits abgeschliffen, freut sie sich.

Hofreiter schien fasziniert, was die Kreisstadt auf die Beine stellte, hatte aber auch Verständnis dafür, dass es gerade auch in der Zusammenarbeit mit der Bahn nicht immer so reibungslos klappe. Die nämlich erledige ihren Teil der Aufgaben nicht immer so, wie sie sollte, und der Abgeordnete wusste auch sofort, woran das liegen könnte, nämlich an den Strukturen. Aus Überzeugung meinte er: „Eine Zusammenarbeit mit der Bahn macht wahnsinnig.“ Hier gebe es viel Reformpotenzial: barrierefreie Bahnhöfe, ein Bahnmanager, der auch Verantwortung übernehme, bessere Taktungen ... Seine Liste war umfangreich, die Vision aber klar erkennbar. „Die Bahn muss das Rückgrat sein, es muss Mobilitätsdrehscheiben geben“, so der Grünen-Politiker .

Hofreiter setzt vor allem auf Ansprechpartner vor Ort, um im Bereich „Kundeneffizienz und Kundenfreundlichkeit“ zu punkten. „Und wir müssen Schienen sanieren, brauchen aber auch eine vernünftige Ladesäulen-Infrastruktur für E-Autos.“ Dabei zeigte er sich sicher, dass all diese Visionen ohne ein vernünftiges Glasfasernetz und 5G so gut wie nicht umsetzbar seien.

Ginge es nach dem Grünen-Politiker , dann würden diese Träume in einem Zeitraum von zehn Jahren Wirklichkeit. Verbrenner würden durch E-Autos ersetzt, alle anderen fahren Bus und Bahn. Und das alles müsse für Staat und Bürger natürlich auch in einen vernünftigen , finanziellen Rahmen passen.