Beim dritten Anlauf klappte es. Der bayerische Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber , besuchte am Freitagnachmittag das Tropenhaus „Klein Eden“. Bei einem Rundgang informierte er sich über die mit insgesamt 750 000 Euro geförderten Umbaumaßnahmen und über die Forschungskooperation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Ziel der Forschungsversuche sei es, die Erträge von Früchten zu steigern sowie das Tropenhaus nachhaltiger und wirtschaftlicher aufzustellen, so der wissenschaftliche Leiter und Geschäftsführer des Tropenhauses, Ralf Schmitt . Dabei konzentriere man sich auf die Leitkulturen Papaya, Sternfrucht, Maracuja und Guave. Es geht unter anderem darum, so ergänzte Johannes Max von der Hochschule Weihenstephan, inwieweit durch verschiedene Beschnitte von Bäumen, Sträuchern und Bodendüngungen man Platz einsparen, zugleich die Anzahl der Blüten vermehren und den Ertrag optimieren kann. Das bis Ende 2023 festgelegte Forschungsprojekt wurde mit einer Summe von 450 000 Euro gefördert.

Die restlichen 300 000 Euro wurden für Umbaumaßnahmen verwendet, die in der Pandemiezeit und während der damit verbundenen Schließung des Tropenhauses durchgeführt wurden.

Ressourcen effizient nutzen

Insgesamt gehe es, so der Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt , der in Vertretung des Vorsitzenden des Vereins „Rennsteigregion im Frankenwald“, Thomas Luger, sprach, auch um Ressourceneffizienz im Bereich der Fischzucht, um effizientere Nutzung von Abwärme, Regenwasser, Strom, automatische Bewässerung und um die digitale Führung von Besuchern.

Thorsten Glauber sprach von „dunklen Wolken“. Der Glaube, Wandel durch Handel erzielen zu können, habe sich nicht bewährt. Es sei an er Zeit, mehr auf Unabhängigkeit, Wertschöpfung, Regionalität und erneuerbare Energien zu setzen. Lobende Worte fand er für die Betreiber des Tropenhauses, die die Abwärme aus der Glashütte für die Nachhaltigkeit und für Schaffung von Produkten nutzen, die sonst von weither importiert werden müssten

„Es sind Zeiten, in denen die Welt aus den Fugen gerät und die Menschen sich nach Stabilität sehnen“, so Landrat Klaus Löffler . Und er meinte weiter: „Was wäre das Tropenhaus, wenn wir keine Glasproduktion mehr hätten?“ Weiterhin versprach er: „Wir werden die Unternehmen unterstützen, denn sie sind das Rückgrat unserer Gesellschaft!“ Daher gehe es darum, die Arbeitsplätze zu sichern und möglicherweise neue Wege zu gehen.

Ein Musterprojekt

Es habe großen Mut gebraucht, um das Tropenhaus am Rennsteig auf die Beine zu stellen, erinnerte Ehrhardt. Er bezeichnete „Klein Eden“ als ein Musterprojekt dafür, wie eng Industrie, Landwirtschaft, Wissenschaft, Gastronomie und die kommunale Familie zusammenarbeiten. Zudem war er – ebenso wie Ralf Schmitt – überzeugt, dass das Thema Ernährung im deutschen Eigenversorgungsgrad immer wichtiger wird. Ehrhardt wies darauf hin, dass in den Jahren der Entstehung des Tropenhauses, von 2011 bis 2014, Fördermittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro geflossen sind. Er sprach aber auch davon, dass dieses Projekt nicht kostendeckend ist. Daher seien Zuwendungen und Spenden notwendig.

Sein Dank galt in diesem Zusammenhang der Heinz-Gruppe mit Carl-August Heinz. „Ohne dessen persönliches und finanziell großzügiges finanzielles Engagement wäre die Existenz des Tropenhauses nicht gewährleistet“. Danke sagte er zudem dem Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner für sein Engagement und auch dafür, dass er die 750 000 Euro nach Kleintettau gebracht hat. Sein Dank galt zudem weiteren Unterstützern wie den Rennsteiggemeinden, dem Landkreis mit Landrat Klaus Löffler , der Regierung von Oberfranken und der Oberfrankenstiftung .

Schwierige Lage durch die Pandemie

Der Verein „Rennsteig-Region im Frankenwald“ ist derzeitiger Hauptgesellschafter. Weitere Gesellschafter sind die Gemeinden Tettau, Steinbach am Wald, Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz, Ludwigsstadt, die schottische Hochlandrinderzucht, der Landkreis und die Firma Chocolate.

Wie bereits im vergangenen Jahr berichtet, befindet sich das Tropenhaus in einer schwierigen Lage. Wegen der Pandemie war „Klein Eden“ geschlossen. Es fehlten Besucher und somit auch Einnahmen. Auch derzeit ist „Klein Eden“ für Besucher noch geschlossen, kleinere Gruppenführungen sind aber nach Anmeldungen möglich. Ralf Schmitt weist darauf hin, dass ab den Osterferien wieder die Toren geöffnet werden soll. Näheres wird noch bekanntgegeben.