In der Kronacher Synagoge wird am Sonntag, 8. Mai um 16 Uhr mit Lesungen an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten erinnert.

Diese Veranstaltung gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des Programms des Aktionskreises Kronacher Synagoge e. V.

Zusammen mit Odette Eisenträger-Sarter, Armin Grötzner, Gisela Gülpen und Gisela Lang organisiert Ingo Cesaro diese Lesereihe aus den Schriften „verbrannter Dichter“.

Unter zehn Feuersprüchen standen am 10. Mai 1933 40.000 Menschen bei strömenden Regen auf dem Berliner Opernplatz und sahen Bücherberge brennen. Den Nazis ging es von Anfang an um die Zerschlagung der gesamten Opposition gegen Hitler in Kultur, Wissenschaft und Politik. Rückblickend erscheinen die Bücher-Verbrennungen als Fanal für den Geist der Vernichtung.

Warum sich diese Veranstaltung seit langem etabliert hat, liegt nach Meinung von Ingo Cesaro daran, dass daneben auch Bücher vorgestellt wurden, die nach 1945 veröffentlicht wurden und die die Greueltaten der Nazis zum Inhalt haben, z. B. Iván Sándors „Spurensuche“ oder José-Alain Fralon „Der Gerechte von Bordeaux“, also um Personen, die Tausende von Verfolgten vor der Gaskammer retteten.

„ Gedichte über die Liebe“ von Bertolt Brecht wird Odette Eisenträger-Sarter vorstellen. Armin Grötzner wird die satirische Glosse „Der Laternenanzünder“ von Kurt Tucholsky lesen.

Gisela Gülpen wird das Buch „Pont und Anna“ von Arnold Zweig vorstellen, das eine zum Scheitern verurteilte Beziehung zwischen dem Architekten Pont und einer 20 Jahre jüngeren Tänzerin zum Inhalt hat. Gisela Lang liest aus Erich Kästners dritten Gedichtband „Gesang zwischen den Stühlen“, der 1932 mit Vignetten des ebenfalls von den Nationalsozialisten verfolgten Erich Ohser veröffentlicht wurde. Bis auf Kästners Jugendbuch „Emil und die Detektive“ wurden all seine Werke am 10. Mai 1933 Opfer der Bücherverbrennung.

Ingo Cesaro wird zum Abschluss den Roman „Serge“ von Yasmina Reza vorstellen. Hier geht es um eine jüdische Familie aus Frankreich, die sich entschließt, Auschwitz zu besuchen. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. unwi