Seitdem die letzte Gastwirtschaft in Lauenhain geschlossen hat, fehlt es im Ort an Möglichkeiten, Versammlungen oder Feiern zu halten. Unter großer Mitwirkung der Bevölkerung bei den Planungen wurde die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses mit rund 60 Sitzplätzen auf den Weg gebracht. Baubeginn war – im Rahmen eines Dorferneuerungsverfahrens – im Vorjahr.

Zusätzlich erfolgt eine Umfeldgestaltung mit einer Aufwertung des Gerinnewegs im Bereich des Dorfteichs. Das Gesamtprojekt mit geschätzten Kosten von 1,3 Millionen Euro fördert der Freistaat Bayern mit 90 Prozent.

„Nachdem die Gastronomie im Ort nur noch temporär geöffnet hatte, gab es verschiedene Überlegungen, ob, wo und was man bauen könnte“, erklärte Bürgermeister Timo Ehrhardt bei einem Baustellentermin. Alternativ sei auch über die Schaffung eines Dorfgemeinschaftsraums in der alten Schule diskutiert worden, bevor man sich letztlich für den Neubau an der Frankenwaldstraße entschieden habe.

Die Entwurfsplanung lag in den Händen der Büros HTS-Plan und Müller Architekten aus Kronach.

Hochwertiges Material

„Wir rechnen mit Kosten von rund 700 000 Euro für das Gebäude“, so der Bürgermeister . Die relativ hohe Summe ergebe sich durch die Verwendung hochwertiger Materialien, dies sei vom Amt für ländliche Entwicklung so gewünscht worden. Eingebaut würden beispielsweise Holz-Aluminium-Fenster und ein strapazierfähiger Boden auf Linoleum-Basis. Die Hausfassade erhalte Schiebeläden aus Holz.

„Das Amt möchte ein Vorzeigeprojekt im ländlichen Raum organisieren“, freute sich Ehrhardt. Leider sei es zuletzt aufgrund von Lieferengpässen zu Bauverzögerungen gekommen. Unlängst seien die Arbeiten wiederaufgenommen worden. Nach Fertigstellung des Dachstuhls im Oktober könne in den Wintermonaten der Innenausbau in Angriff genommen werden. Die Umfeldgestaltung und die Verkehrswegearbeiten erfolgen im Jahr 2022.

„Der Aufenthaltsbereich wird dadurch eine große Aufwertung erfahren“, zeigte sich der Bürgermeister voller Vorfreude. Das Dorfgemeinschaftshaus erhalte einen barrierefreien Zugang und einen überdachten Vorplatz, in dem die Schulkinder auf den Bus warten können.

Die Generalsanierung und Erweiterung des Awo-Kindergartens stehe kurz bevor. Für einen zielgerichteten Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen habe man im Gemeindegebiet eine Bedarfsplanung anhand der Geburten- und Einwohnerzahlen erstellt. Ergebnis sei gewesen, dass ohne die Erweiterung des „Spatzennests“ um eine Krippengruppe der Bedarf künftig nicht gedeckt werden könne. Die Planung obliege dem Architekturbüro Müller Architekten.

Die Krippe soll im Erdgeschoss entstehen, der Kindergarten zieht von dort ins Obergeschoss. Das Dachgeschoss bleibe Lagerfläche. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Bürgermeister auf rund 1,4 Millionen Euro, der Eigenanteil der Stadt Ludwigsstadt liege bei etwa 300 000 Euro. Den Großteil der Kosten übernehme der Freistaat Bayern aus Mitteln des Finanzausgleichs.

Im Rathaus zeigte man sich erleichtert, dass die Regierung von Oberfranken trotz der aktuell hohen Baupreise bei der Förderung der Maßnahme mitgeht. „Die Stadt steht in der Verantwortung, für die Kinder und deren Familien entsprechende Betreuungsmöglichkeiten vorzuhalten“, betonte der Bürgermeister . Für die Bauzeit – man rechnet mit einem Zeitraum von einem bis eineinhalb Jahren – wird der Kindergarten Räume in der Schule in Ludwigsstadt als Ausweichquartier nutzen.

Mit 90-prozentiger Bezuschussung der „Förderoffensive Nordostbayern“ hatte die Stadt die Objekte Frankenwaldstraße 39 sowie 47/49 erworben und zurückgebaut. Für die Gestaltung der Freiflächen hatte das Büro HTS-Plan einen Entwurf erarbeitet, der im Zuge der Umfeldgestaltung im Gerinneweg verwirklicht werden soll.

Glasfaserausbau schreitet voran

Deutlich voran geht es auch beim Breitbandausbau. Dank der Förderung des Freistaats können durch den „Höfebonus“ alle Haushalte und Betriebe auf dem Gebiet der Stadt mit Bandbreiten von mindestens 150 Megatbit/Sekunde im Download versorgt werden. Von der zweiten Breitband-Initiative profitiert vor allem auch Lauenhain , wo seit Frühjahr 2020 der Glasfaser-Ausbau für jedes Haus läuft. „Wenn wir 2022 fertig sind, dann haben wir hierfür insgesamt zwei Millionen Euro investiert“, verdeutlichte der Bürgermeister .