„Vor ihr haben sich alle Blumen verneigt, und er trägt Amphibien durch die Lande und kommt aus einer naturbegeisterten Familie.“ Ulrich Münch, Vorsitzender der Kreisgruppe Kronach im Landesbund für Vogelschutz (LBV), stellte in der Hauptversammlung im Gasthof Wasserschloss in Mitwitz zwei neue Vorstandsmitglieder vor. Petra Brehm und Johannes Wagner kümmern sich ab sofort auf unterschiedliche Weise um das Thema Vogel- und Naturschutz .

Während Petra Brehm, die seit mehr als 40 Jahren Mitglied im LBV ist, als Flächenbeauftragte ihr Fachwissen zur Verfügung stellen soll, wird das Johannes Wagner im technischen Bereich tun. Eine seiner Aufgaben soll die Erstellung einer eigenen Homepage sein. „Wir freuen uns, dass zwei absolut fähige Personen sich bereiterklärt haben, bei uns Verantwortung zu übernehmen“, zeigte sich Uli Münch begeistert.

Auf der Agenda der Versammlung standen auch die zahlreichen Projekte, die der LBV in den vergangenen zwei Jahren angestoßen hat. Unter anderem möchte er durch Flächenkäufe und langfristige Anpachtungen den Schutz der Natur sicherstellen.

Münch erwähnte die Zusammenarbeit mit der Biodiversitätsgemeinde Nordhalben, die vor allem den Siedlungsbereich, Gewässer, Wald und Agrarlandschaft im Fokus habe. Darüber hinaus wolle man Wertschöpfung erzielen und die Natur erlebbar machen. „Kleinflächig, vielfältig, großartig, das ist Nordhalben. Es ist gut, dass wir ,Auskenner’ hier haben, die dieses Projekt voranbringen“, fasste Münch zusammen.

Informationen

Das zweite große Projekt sei die „Hörber Weidelandschaft“. Hier sorgen in Horb an der Steinach Angusrinder für eine höhere Biodiversität . „Die Insektenvielfalt wird gefördert, Fledermäuse, Vögel und Reptilien unterstützt.“ Außerdem werte diese Art der Tierhaltung die Gemeinden auf, wovon wiederum der Tourismus profitiere.

Aber nicht nur Flächenankäufe oder Weideprojekte sollen bei der 190 Mitglieder starken Kreisgruppe für einen Schub nach vorne sorgen, sondern auch eine Vielzahl an Veranstaltungen, Informationsabenden und Mitmachangeboten. Jetzt habe man einen neuen Flyer erstellt, um die zahlreichen Informationen nach außen zu tragen, erfuhren die Mitglieder.

Der Flächenbeauftragte Uwe Pausch beschrieb die Beschaffenheit der angekauften oder gepachteten Grundstücke, die alle unterschiedlich seien und somit unterschiedliche Pflegekonzepte benötigten. „Je nachdem, was man erreichen will.“ Das schließe zum Beispiel auch Düngeversuche mit ein, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Diese Flächen würden dann „unter Schutz gestellt“. Aber um Flächen überhaupt erwerben zu können, sagte Pausch, brauche man sogenannte Kennarten, die diesen Schutz rechtfertigen.

Den Schwarzstorch im Visier hatte Cordula Kelle-Dingel, die der Entwicklung dieses Tieres im Frankenwald keine gute Entwicklung bescheinigte. „Borkenkäfer und Trockenheit machen sich bemerkbar.“ Lediglich an einem Standort habe sie drei Jungvögel beobachten können, bedauerte sie.

Stephan Amm als Eulenbeauftragter hatte erfreulichere Nachrichten. Er habe an allen bekannten Brutplätzen Brutnachweise erbringen können. „Und das trotz des kalten Frühjahrs und des nassen Sommers. Im Landkreis Kronach haben wir einen guten Bestand an Eulenarten “, bilanzierte er. ml