Unter den Begriff „Zusammenhalt“, der als Gradmesser einer funktionierenden Gesellschaft dient, hat der Kronacher Kunstverein (KKV) seine Jahresausstellung mit 36 Künstlern, vorwiegend aus dem regionalen Raum, gestellt. Die Vorsitzende Sabine Raithel erklärte zur Eröffnung, dass für den Verein Zusammenhalt aus stabilen, vertrauensvollen und vielfältigen sozialen Beziehungen bestehe. Man sehe eine positive emotionale Verbundenheit mit dem Gemeinwesen, dessen Grundordnung als fair akzeptiert wird, und die Bereitschaft der Menschen, sich für die Allgemeinheit und für Schwächere einzusetzen.

Zusammenhalt sei heuer des Öfteren gefragt gewesen, als man coronabedingt gut die Hälfte des Programms streichen und verschiedenen Künstlern absagen musste. Stattgefunden habe allerdings unter dem Motto „We never Sleep“ eine bundesweit viel beachtete Werkschau der Berliner Lichtkünstlerin Susanne Rottenbacher und des Installationskünstlers Markus Butkereit. Auf Basis dieser überaus erfolgreichen Ausstellung seien neue Kontakte zu renommierten Galerien entstanden, die auf die Arbeit des KKV aufmerksam geworden sind.

Experimentierfreudiger Tausendsassa

Die Jahresausstellung wurde gekoppelt mit einer Sonderschau anlässlich des 80. Geburtstags von Peter Bannert. Nach der Arbeit für bekannte Unternehmen wie Blaupunkt , Olympia, Bosch und Junkers führte ihn der Weg 1983 zu Loewe nach Kronach . Er sorgte für das schicke Aussehen preisgekrönter Unterhaltungselektronik, bevor er sich später mit Bannert Design in Kronach selbstständig machte. Sabine Raithel bezeichnete Peter Bannert als einen Tausendsassa, der gerne experimentiert und gerne auch mal zu ungewöhnlichen Materialien greift. Für Bannert, der sich selbst als Designer bezeichnet, ist in erster Linie der schöne Schein entscheidend. Im Rahmen der Jahresausstellung wurde deshalb ein Querschnitt des künstlerischen Schaffens von Bannert gezeigt.

In die Jahresausstellung, der letzten im Jahresbogen der Vereinsaktivitäten, führte Vorstandsmitglied Karin Elsel ein. Die mitwirkenden Mitglieder konnten eine bunte Vielfalt an künstlerischen Arbeiten einem breiten Publikum zugänglich machen. Die thematische Vielfalt der ausgestellten Werke mit Malerei , Zeichnungen , Druckgrafik , Fotografie, Objektkunst, Skulptur und Videokunst sowie die künstlerische, intellektuelle und emotionale Qualität veranschaulicht ein beträchtliches Potenzial an aktueller Kunst. Den Betrachter erwarten innovative Denk- und Sichtweisen, ungewohnte Perspektiven, inspirierende Auseinandersetzungen mit der Wirklichkeit sowie intensive Diskurse der Farben und Formen.

Die Ausstellung ist noch bis 18. Dezember zu sehen und Donnerstag bis Sonntag jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet.