Die aktuell drängenden Herausforderungen für die Wirtschaft standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des IHK-Gremiums Kronach . Mit Blick auf die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth berichtete Hans Rebhan , IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach , von einem zweigeteilten Bild.

Zwar werde die aktuelle Geschäftslage von vielen Kronacher Unternehmen als gut eingestuft, die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate seien jedoch von Pessimismus durchzogen. „Über alle Branchen hinweg stehen Unternehmen derzeit vor einem Geflecht aus Herausforderungen, die zum Hemmschuh für eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung werden können“, verdeutlichte Rebhan.

Volker Treier, Außenwirtschaftschef und Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag ( DIHK ), der als Gast an der Gremiumssitzung teilnahm, erläuterte in seinem Impulsvortrag die für die Wirtschaft drängenden Herausforderungen Rohstoffmangel, Lieferketten und Energiekosten, die durch unterschiedlichste Faktoren beeinflusst und verstärkt würden. So habe der immer noch eingeschränkte Flugverkehr nicht nur Auswirkungen auf die Reisetätigkeit der Unternehmen und damit auf die Betreuung von Tochtergesellschaften oder Kunden in China, sondern auch auf Frachtkapazitäten. Hier habe der DIHK zusammen mit der Auslandshandelskammer in China versucht zu helfen, indem Charterflüge für deutsche Unternehmen organisiert wurden. Unterschiedliche Zeitpunkte von Lockdowns und Konjunkturpaketen stellten eine zusätzliche Herausforderung dar.

In einer Interimsphase

Treier erläuterte, dass sich Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt nach der Bundestagswahl in einer Interimsphase befinde. Er betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer gemeinsamen Vorgehensweise mit den USA, zum Beispiel bei Megathemen wie Klimaschutz.

Unternehmen und Gesellschaft seien gefordert, für die Wirtschaft zu kämpfen, damit auch traditionelle Wirtschaftszweige wie die in Kronach starke Glasindustrie erhalten werden können, meinte der Gastredner. Den Unternehmen müsse dringend Unterstützung angeboten werden, um erforderliche Transformationsprozesse bewältigen und langfristig am Standort Deutschland bleiben zu können.

Initiative für Ausbildung

„Die dringend benötigten Arbeitskräfte zu finden und zu halten stellt für die Wirtschaft eine weitere große Herausforderung dar, die in einigen Branchen bereits jetzt deutlich zu spüren ist“, so Rebhan. Das IHK-Gremium Kronach setze sich daher für die Stärkung und Förderung der dualen Ausbildung als Antwort auf den drohenden Arbeits- und Fachkräftemangel ein. So habe das Gremium gemeinsam mit dem Landkreis Kronach die digitale Ausbildungsmesse initiiert, die im Oktober 2021 mit großem Erfolg stattgefunden hat. Über 40 Aussteller beteiligten sich an der Messe, die überwiegend positives Feedback erhielt.

„Aufgrund der Pandemiebeschränkungen konnte die Ausbildungsmesse leider nicht wie gewohnt in Präsenz stattfinden. Mit der digitalen Kronacher Ausbildungsmesse konnten wir in einer Gemeinschaftsaktion sowohl Unternehmen als auch jungen Menschen in der Region konkrete, aktive Unterstützung anbieten“, so Gremiumsvorsitzender Rebhan.

Initiatoren der digitalen Ausbildungsmesse waren der Landkreis Kronach und das IHK-Gremium Kronach , unterstützt von der Handwerkskammer , dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft sowie der Berufsschule Kronach .

Rebhan verwies zudem auf die Wahl der IHK für Oberfranken Bayreuth, die von 10. bis 27. Januar 2022 stattfindet und bei der die Mitglieder der regionalen IHK-Gremien neu gewählt werden. „Im IHK-Gremium Kronach stehen insgesamt 30 Sitze zur Verfügung. Ich freue mich außerordentlich, dass wir hierfür 50 Kandidierende gewinnen konnten, die sich im Januar zur Wahl stellen“, erläuterte Rebhan. Auch der Frauenanteil der Kandidierenden sei in Kronach mit fast 25 Prozent erfreulich hoch. „Herzlichen Dank an alle, die sich an der IHK-Wahl beteiligen. Sie stärken damit die Stimme der Wirtschaft in unserer Region.“

Ein „echter Kronacher“

Der aus dem Landkreis Kronach stammende und jetzt zurückgekehrte Christoph Hader, seit August Leiter des Bereichs „Innovation.Unternehmensförderung“ bei der IHK für Oberfranken Bayreuth, präsentierte dem Gremium Schwerpunkte seiner Tätigkeit. Er freue sich auf die Zusammenarbeit und hoffe insbesondere beim Thema Innovation auf zahlreiche Anknüpfungspunkte mit dem IHK-Gremium Kronach .

Der Gremiumsvorsitzende Rebhan gratulierte Hader zu seiner neuen Aufgabe und freute sich besonders, mit ihm einen „echten“ Kronacher an Bord zu haben. red