Vor 350 Jahren wurde der spätere Barockbaumeister Maximilian von Welsch (1671 – 1745) in Kronach geboren. Als einer der gefragtesten Architekten seiner Epoche gestaltete er unter anderem die Würzburger Residenz und die Festung Mainz. Ab 1706 zeichnete er auch für den Umbau des Wahrzeichens seiner Heimatstadt verantwortlich. Auf der Festung Rosenberg fand am Samstag auch die Eröffnung der Jubiläumsausstellung „Einer für alle(s). Maximilian von Welsch. Ingenieur und Architekt des Barock “ statt. Kuratiert wurde die bis zum 28. November dieses Jahres laufende Ausstellung unter Einbeziehung zahlreicher Kooperationspartner von dem Museologen Alexander Süß, der auch den Fachvortrag hielt.

„Maximilian von Welsch war eine faszinierende Persönlichkeit. Umso länger man sich mit seiner Biografie und seinem Werk auseinandersetzt, umso größer wird die Hochachtung und auch die Freude darüber, dass es sich bei ihm um einen Kronacher handelt“, würdigte ihn der Museologe. Welsch sei ein echter Allrounder gewesen. Seine spannende Biografie belege, was man durch lebenslanges Lernen alles erreichen kann. Durch ausgedehnte Reisen habe er sich als junger Ingenieursoffizier mit den besten Beispielen der europäischen Zivil- und Festungsarchitektur vertraut gemacht. Weltgewandt, kultiviert und gebildet sei er in Diensten des Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs Lothar Franz von Schönborn (1655 – 1729) zu einer hochgeschätzten Autorität in bau- und gartenkünstlerischen Fragen aufgestiegen. Über Jahrzehnte hinweg plante und realisierte der Mainzer Militärbaudirektor für das kunstsinnige Adelsgeschlecht der Schönborn und anderer hoher Herren höchst anspruchsvolle zivile wie militärische Bauvorhaben oder beriet sie dabei: Festungen , Schloss- und Palastanlagen, Orangerien, Gärten, Kirchen oder sakrale Ausstattungen. Mit anderen Zeitgenossen war er an den größten Bauvorhaben des 18. Jahrhunderts in Deutschland beteiligt.

Sein Leben und Werk wird in der beeindruckenden Ausstellung im Fürstenbau der Festung mit viel Liebe zu Detail nachgezeichnet. Unterteilt ist die Schau in die fünf Kapitel „Tür in neue Welten“, „Werkzeuge des Erfolgs “, „Welsch und seine Auftraggeber“, „Zwischen Krieg und Frieden“ sowie „Welsch privat – Der „Raum der Künste“. Gemeinsam mit Kooperationspartnern – vor allem dem Landesmuseum Mainz und der Hochschule Hof – werden dabei erstmals kostbare Objekte aus dem Privatbesitz dieses bedeutenden Vertreters des barocken Festungsbaus gezeigt, aber auch verschwundene Zeugnisse mit modernsten technischen Methoden virtuell rekonstruiert.

„Die Ausstellung ist eine echte Teamarbeit“, stellte Alexander Süß heraus. Sein Dank galt seinen Kolleginnen Kerstin Löw sowie Jessica Jacob vom Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach sowie allen Kooperationspartnern.

Forschungsband entstanden

Parallel zur Ausstellung entstand ein Forschungsband mit den neuesten Erkenntnissen zu Welschs Wirken. Als Herausgeber fungiert ebenfalls Alexander Süß. Der 320-seitige Katalog „Maximilian von Welsch (1671 – 1745), Ingenieur und Architekt des Barock “ ist im Imhof Verlag erschienen und zum Preis von 29,95 Euro erhältlich.

„Expertenwissen, Mut, Charisma und Leistungswillen – das alles zeichnet Maximilian von Welsch aus“, stellte Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann heraus.

Komplettiert wird das von-Welsch-Festjahr durch Vortragsreihen, die aufgrund der Corona-Pandemie virtuell stattfinden. Weitere Infos finden sich auf der Website der Stadt Kronach (www.kronach.de) unter dem Button Tourismus-Kultur. hs