Von September 2005 bis Ende August 2020 hatte Pfarrerin Alina Ellgring die Pfarrstelle in Fischbach inne, bevor sie zum 1. September ihren Dienst als Schulpfarrerin an der Kronacher Berufsschule antrat. Mit rund einjähriger coronabedingter Verspätung wurde sie nun am Sonntag in diesen Dienst eingeführt. Zum Festgottesdienst hatten sich insbesondere Vertreter des Kollegiums der Lorenz-Kaim-Schule mit Schulleiter Rudi Schirmer als auch Freunde und Weggefährten in der Christuskirche eingefunden.

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieses Bibelwort aus dem zweiten Timotheus-Brief sei ihr, sagte Dekanin Ulrike Schorn, spontan in den Sinn gekommen, hinsichtlich der Art und Weise, wie die Schulpfarrerin der Lorenz-Kaim-Berufsschule, die Seniora des Pfarrkapitels, das Mitglied im Leitungsteam des Dekanats und die frühere Gemeindepfarrerin ihren Dienst ausübe. Im März 2002 war Alina Ellgring als (wie es damals noch hieß) Pfarrerin zur Anstellung) nach Kronach gekommen, wo sie für das dritte Sprengel verantwortlich zeichnete. Ab 2005 führte sie die Kirchengemeinde Fischbach 15 Jahre lang voller Hingabe als Gemeindepfarrerin. Bereits in dieser Zeit war sie in der Berufsschule als Lehrkraft im Einsatz, so dass man sich dort sehr freute, als sie sich für die freie Stelle ab September 2020 bewarb. Mittlerweile absolvierte sie auch eine zusätzliche Ausbildung als Schulseelsorgerin.

Ulrike Schorn nahm auch stellvertretend für die Leiterin des Schulreferats der Dekanatsbezirke Kronach-Ludwigsstadt und Michelau, Harriet Eisentraut, die nicht anwesend sein konnte, die Einführung von Alina Ellgring vor. Obwohl der Wechsel in den Schuldienst ein großer Verlust für die Kirchengemeinde und das Dekanat darstelle, freute sich Eisentraut, wie sie übermitteln ließ, über die Erfahrung und Kompetenz, die Ellgring als Pfarrerin , Lehrerin und Schulseelsorgerin in den Schuldienst einbringe.

Aus tiefstem Herzen bejahte diese anschließend die Frage der Dekanin, ob sie für diesen Dienst bereit sei. Als Assistenten hatte sie sich Pfarrer Andreas Krauter aus Unterrodach und Vertrauensfrau Doreen Birnstiel aus Fischbach ausgewählt.

„Bin ich nun Pfarrerin , Lehrerin oder was bin ich?“, fragte Alina Ellgring eingangs ihrer Predigt, um sich selbst darauf die Antwort zu geben: „Ich bin beides; aber das war ich schon immer!“ So sei sie eine Lehrerin , die natürlich auch Noten gebe. Gleichzeitig habe es schon immer zu ihren Aufgaben gehört, die frohe Botschaft weiterzugeben – gerade auch im Advent, einer besonderen Zeit in Erwartung dessen, was noch nicht da sei, aber kommen werde. Dies verdeutliche auch der Wochenspruch zum zweiten Advent in Lukas 21, 28: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

„Eine handfeste Krise“

Ein solches Spannungsfeld an Empfindungen, Gefühlen und Sehnsüchten, Vorfreude und freudiger Erwartung, aber auch Unsicherheit und Angst empfänden die Menschen sicherlich auch angesichts der aktuellen Situation. „Seuchen gab es immer wieder im Laufe der Geschichte, auch ohne Corona“, verinnerlichte sie, dass die Pandemie gewiss nicht das Ende der Welt bedeute, aber doch eine handfeste Krise. Wenn sie ehrlich sei, sehe sie derzeit auch nicht, wo hier „Erlösung“ herkommen solle. Dieses „Aushalten müssen“ empfinde sie als richtig hart. „Manchmal möchte man sich in eine Höhle verkriechen und erst wieder herauskommen, wenn es so weit ist“, bekundete sie. Dieses „Noch nicht“ sei auch eine Lebenssituation von Schülern. Sie habe es in der Berufsschule zwar schon mit älteren Schülern zu tun, die ihren Lebensweg schon konkreter vor Augen hätten, bereits arbeiteten und eigenes Geld verdienten. Doch auch deren Persönlichkeit sei noch nicht „fertig“, und sie kämpften noch mit sich selber und dem Erwachsenwerden.

Bei alledem sollte man sich immer vergegenwärtigen, dass das Leben, egal, ob fertig, perfekt oder optimiert, jetzt stattfinde und man diese Zeit nicht einfach so verstreichen lassen sollte. Der Advent sei zwar ein „Noch nicht“, aber auch das Wissen darum, dass etwas komme: „Es wird sein und es wird gut sein.“

Umrahmt wurde der Fest-Gottesdienst mit Feier des heiligen Abendmahls von festlich-fröhlichen Klängen des Posaunenchors unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Marius Popp, der auch den Orgelpart innehatte. Auch Pfarrerin Alina Ellgring brachte sich selbst mit ein, indem sie das Lied „Wir wollen Frieden“ auf der Gitarre anstimmte.