Die Konfirmation , ein bedeutsamer Wendepunkt im Leben der jungen evangelischen Christen , hat seit eh und je als Festtag eine besondere Ausstrahlung. Das gilt insbesondere für längst vergangene Zeiten.

Dass es vor 110 Jahren sehr feierlich zugegangen ist, beweist eine Fotografie aus dem Jahr 1911. Das Bild zeigt die Konfirmanden von Burggrub und Stockheim mit Pfarrer Richard Spiegel, der zwischen den Mädchen sitzt. Er hatte von 1891 bis 1913 in Burggrub seelsorgerisch gewirkt.

Intensive Vorbereitung

Zu erkennen ist auf dem Bild auch der evangelische Oberlehrer Philipp Höfner aus Stockheim. Sehr intensiv haben sich damals die Buben und Mädchen beim Präparandenunterricht auf die Konfirmation vorbereitet. Da gab es viel zu lernen.

Die Stockheimer, die bis 1954 in Burggrub konfirmiert wurden, hatten einen langen Weg in Kauf zu nehmen, um zu den Unterrichtsstunden zu gelangen – und dies bei jedem Wetter. Oft saßen die Kinder mit feuchten Schuhen und Kleidern im Schulsaal. Trotzdem wurden sie selten krank, denn heimwärts konnten sich die Stockheimer ja wieder „warmlaufen“.

Kleiderregeln

Am Sonntag vor der Konfirmation wurden sie dann über das Erlernte in der Sankt-Laurentius-Kirche in Burggrub ausgefragt. Dazu hatten die Mädchen farbige Kleider, sogenannte Spazierkleider, getragen. Zur Konfirmation dagegen gab es eine schmucke Festtagskleidung und die Buben kamen alle in dunklen Anzügen.

Die Väter trugen, falls er noch passte, den wohlgehüteten Brautanzug, dazu den vor 110 Jahren noch weit verbreiteten Zylinder. Die Kirche und das Pfarrhaus waren mit Girlanden geschmückt, denn auch damals wurde viel Wert auf den äußeren Rahmen bei der feierlichen Konfirmation gelegt.

Eine „gute alte“ Zeit?

Ob die Jahre damals wirklich die „gute alte“ Zeit gewesen sind, sei dahingestellt. Mit Gewissheit aber kann man sagen, dass die Erinnerung vieles verklärt und so ein vergilbtes Foto, wie das abgebildete, des Reizes für Betrachter nicht entbehrt.