Jugendarbeit ist auch diesen Sommer nur unter Auflagen möglich. Deshalb war für die Verantwortlichen des Jugendbildungshauses „Am Knock“ klar, dass es auch in diesem Jahr kein Zeltlager in gewohnter Weise geben konnte. Zu viel von dem, was das Lagerleben ausmacht, wäre den Beschränkungen zum Opfer gefallen.

Genauso waren sich die Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen aber auch einig, dass es als Ersatz Tagesveranstaltungen für all diejenigen geben sollte, die normalerweise zum Zeltlager gekommen wären. Unterstützt von Bildungsreferent Andy Fischer aus Kronach und dem pädagogischen Mitarbeiter Christian Scherfenberg stellten die Ehrenamtlichen ein abwechslungsreiches Programm mit sportlichen und kreativen Angeboten zusammen.

Zum Glück dürfen sich in diesem Sommer zumindest zehn Personen in einer Gruppe aufhalten, ohne dass sie Abstand halten oder eine Maske tragen müssen. Die große Nachfrage bestätigte die Vermutung, dass sich alle wieder mehr soziale Kontakte und Aktionen am Knock wünschten. Schon am ersten Tag war offensichtlich, dass die Kinder es sehr genossen, nach fast eineinhalb Jahren der Pandemie auch wieder in größeren Gruppen unterwegs zu sein.

Geschicklichkeit gefragt

Pro Tag wurden mindestens zwei Aktivitäten zur Auswahl angeboten. So konnten zum Beispiel alle handwerklich Interessierten Schwedenstühle aus Holz bauen. Hierbei musste gemessen, gesägt, gebohrt, geschraubt, geschliffen und getackert werden. Geschicklichkeit, Treffsicherheit, Fitness und Körperbeherrschung wurde von den Kindern und Jugendlichen beim lebensgroßen Flipper, dem aufblasbaren Bungee-Turm, den Bubble Balls und beim Frisbee Golf unter Beweis gestellt.

Eine Nachtwanderung wurde durch ein Lagerfeuer mit Stockbrot unter einem beeindruckenden Sternenhimmel abgerundet. Beim gemeinsamen Singen mit Gitarrenbegleitung kam sogar so etwas wie Zeltlager-Feeling auf.

Viel Spaß hatten die Kinder beim Rätsellösen auf dem Geocache, der sie – zwischen Kremnitz und Bürgersbach – durch die Täler der näheren Umgebung führte. Dank des GPS-Geräts waren die Teilnehmenden nicht darauf angewiesen, geführt zu werden. Vielmehr fand die Gruppe den Weg ohne Hilfe von außen und löste Aufgaben selbstständig; sie wurde hierbei durch die Ehrenamtlichen lediglich begleitet.

Ein gutes Auge und eine ruhige Hand waren beim Umgang mit Pfeil und Bogen gefragt. „Natürlich darf Bogenschießen auch einfach Spaß machen. Allerdings geht es hier nicht nur um sportliche Herausforderung und Wettbewerb. Die Kinder und Jugendliche lernen darüber hinaus, sich zu fokussieren. Sie nehmen sich selbst wahr und lernen, sich gegenseitig, aber auch individuell zu verbessern“, erläuterte Christian Scherfenberg den pädagogischen Ansatz des Angebots.

Aber nicht nur Sportskanonen kamen auf ihre Kosten: Für alle Beauty-Begeisterten gab es eine Lippenpflege mit selbst zusammengemischten Cremes. Mit der Makramee-Technik knüpften die Jungen und Mädchen eine Aufhängung für eine Blumenampel, die sie zu Hause nach ihren Wünschen bepflanzen können.

Beim Angebot „Tie-Dye“ entwarfen und färbten die Kinder ihre ganz individuellen T-Shirts und waren danach sichtlich stolz auf ihre Werke.

Schnell gingen die fünf Tage vorüber. Die Vorfreude auf ein Zeltlager ohne Corona-Schutzmaßnahmen ist nach dem zweiten Sommer, in dem eine Übernachtung auf dem Feldbett nicht möglich war, noch größer. Trotzdem konnte das Team den Kids ebenso entspannte wie actionreiche Tage bieten. Viele freuen sich jetzt schon auf die letzten beiden Sommerferienwochen, wenn es weitere Tagesveranstaltungen am Jugendbildungshaus „Am Knock“ geben wird. hs