Die Hobby-Modellbauer-Familie Weith aus Neuses ließ am Kirchweihsamstag ihre Schiffsmodell-Flotte zur See. Besser gesagt: auf den Dorfteich neben dem Kinderspielplatz. Dort konnten die imposanten Schiffsmodelle von Groß und Klein bestaunt werden.

Vater, Sohn und Enkel der Familie Weith befassen sich mit außergewöhnlichem Modellbau von Fahrzeugen aller Art, die mittels Sensoren gesteuert werden. Besondere Aufmerksamkeit und Staunen erweckte bei den Zuschauern das Neusiche Mainfloß.

Das vom Flößerverein Neuses im Original in mühsamer Handarbeit errichtete, über 21 Meter lange und 6,5 Meter breite Floß hat ein Gewicht von rund 20 Tonnen und besteht aus Fichtenstämmen. Es kann 50 Passagiere aufnehmen und wird von einer Besatzung von sechs bis sieben Flößern auf das Wasser gesetzt und gesteuert.

Besonders gern werden die Floßfahrten, die in den Sommermonaten auf der Rodach zwischen Neuses und Kronach stattfinden, von Einheimischen und Touristen angenommen. Derzeit sind sie allerdings wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Diese Zeitung hat kürzlich berichtet, dass drei Generationen der Familie Weith vom Modellbaufieber befallen sind: Der 73- jährige Vater und Opa Martin, sein 34- jähriger Sohn Tobias und der achtjährige Enkel Julien sind leidenschaftliche Modellbauer.

Funktionsfähige Seenotkreuzer

Nicht nur, dass ihre vielseitigen Nutz- und Baufahrzeuge alle funktionstüchtig sind und sogar Arbeiten ausführen können, nein sogar komplette Baustellen haben sie in ihrem Garten errichtet mit allen denkbaren technischen Ausstattungen. Ein weiterer Bereich ihrer akribischen Modellbauarbeit gilt Wasserfahrzeugen : vom Floß über Schlepper, Löschkreuzer bis hin zum voll funktionsfähigen Seenotkreuzer und Wasserschutzpolizeiboot.

Am Kirmessamstag ließen sie einige ihrer Vorzeigemodelle auf dem Dorfteich in Neuses vom Stapel. Zu Beginn der Kirmesfahrten wurde das Mainfloß in den sonnenüberfluteten Dorfteich am Spielplatz in Neuses zu Wasser gelassen. Die Sonne spiegelte sich im Wasser , und man hatte das Gefühl als sei man an einer Schiffsanlegestelle der Adria. Nach kurzer Fahrt erklang als besondere Attraktion das Flößerlied lautstark aus dem Floßmodell, das im Maßstab 1:20 mit allen Feinheiten wie Holzhütte, Anker und Ofen von den drei Tüftlern nachgebaut worden war. Auch dieses Floß wird komplett über Sensoren ferngesteuert. „Lasst euch hören, Dunnekeil! Tralala, tralala, lustig sind die Flößer da, tralala, tralala, lustig san ma da.“ So erklangen vier fröhliche Strophen unter Begleitung von Blasmusik. Eine weitere Attraktion folgt mit dem „Graupner Polizeiboot Bremen 9“, das mit zwei Feuerlöschkanonen ausgestattet ist und auch Löschwasser verspritzt. Außerdem hört man den Original-Fahrsound sowie Nebelhorn und Feuerwehrsirene. Blaulicht, Scheinwerfer und Positionsleuchten gehören zu weiteren Ausstattungsfinessen.

Auch die „Bremen 9“ der Wasserschutzpolizei der Freien Hansestadt Bremen weiß auf ihrer Teichrunde mit ihrem Aussehen und der authentischen Ausstattung zu überzeugen.

Die drei Modellbauer haben eine ganze Flotte in ihrem „Werftkeller“ in Neuses , in dem sie viel ihrer Freizeit mit Modellbau und mit Pflege ihrer Modelle verbringen. Solch akribische Arbeit erfordert Geduld, Ausdauer und Konzentration, sagen sie und fügen an, vor allem mache das Hobby Spaß, speziell wenn sie in freier Natur basteln oder, wie am Wochenende, auf dem Wasser Passanten erfreuen.

Zur Kerwa ist jedenfalls die spannende und interessante Demonstration gelungen. Wie Tobias andeutet, könnte sich für nächstes Jahr etwas anbahnen. Er will eventuell sein Hobby zum Beruf machen und im Nebengewerbe eine Vermietung von (echten) Baumaschinen und Baggern gründen.