„Es geht um die Zukunft unserer Orte, es geht um die Zukunft des oberen Rodachtals“ – mit diesen Worten führte Bürgermeister Jens Korn in die Veranstaltung ein, bei der die Immobilien- und Leerstandsentwicklung im oberen Rodachtal im Mittelpunkt standen. Zahlreiche Bürger waren im Kulturzentrum zusammengekommen, um sich zu informieren und Anregungen zu Förderprogrammen sowie Nutzungs- und Investitionsmöglichkeiten einzuholen. Wie 2020 stieß der Infoabend, der zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit dem Stadtumbaumanagement Oberes Rodachtal, dem Tourismusverband Oberes Rodachtal sowie den Projektpartnern von Kronach Creativ organisiert wurde, auf großes Interesse.

Es gibt ein großes Potenzial an ungenutztem Wohnraum im oberen Rodachtal, wie Leerstände ganzer Häuser zeigen. „Der Trend geht zu kleineren Wohnungen , die bezahlbar sind, aber den-noch einen gewissen modernen Standard bieten. Sowohl für Rückkehrer in die Region als auch für Singles und Senioren sind Wohnungen bis 50 Quadratmeter besonders geeignet“, betonte Moderatorin Sarah von Poblocki vom Stadtumbaumanagement.

Vereinbarung mit Gemeinde schließen

Dies bestätigten die beiden Gäste Andreas Beetz aus Küps und Lars Fischer aus Wallenfels. Den Bedarf an attraktivem Wohnraum haben die beiden bereits vor Jahren erkannt und in Mietwohnraum investiert. Bereits während der Modernisierung der Bestandsgebäude kamen Anfragen aus der Bürgerschaft und so waren die Wohneinheiten noch vor der Fertigstellung vermietet, was die hohe Nachfrage verdeutlicht.

In einem Impulsvortrag informierte Markus Dütsch, Energieberater aus Wallenfels, über die Vorteile einer energetischen Sanierung. Anschließend erklärte Bernhard Bauer , Steuerberater aus Wunsiedel, die Möglichkeiten einer Sonderabschreibung bei Mietwohnungsneubau und einer erhöhten Abschreibung von Herstellungskosten für Modernisie-rungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Er wies eindringlich darauf hin, dass vor Beginn der Maßnahme zwischen dem Eigentümer und der Gemeinde eine Modernisierungsvereinbarung geschlossen werden muss. Dies sei eine zwingende Voraussetzung, um anschließend steuerliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen zu können.

In einer ersten Talkrunde diskutierten die Referenten gemeinsam mit Architekt Bernd Hüttner sowie Andreas Beetz und Lars Fischer über die Hürden und Chancen sowie Voraussetzungen für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in den eigenen vier Wänden . Maximilian Stöhr vom Stadtumbaumanagement ging auf die Förderprogramme der Regierung ein: „Für viele ist die Hemmschwelle, sich zu informieren und Hilfe einzuholen, nach wie vor viel zu hoch. Doch hier ist Eigeninitiative gefragt“, betonte Stöhr. „Es ist möglich, auch in Altbauten die Qualität von Neubauten herzustellen. Aber man muss sich im Klaren sein, dass man mit den bisherigen Billigmieten und Quadratmeterpreisen in Zukunft nicht mehr agieren kann“, erklärte Hüttner.

Attraktive Wohnungen immer gesucht

Der Weg zum erfolgreichen Gastgeber wurde in der zweiten Talkrunde mit einem kurzen Impulsvortrag von Sandra Heinz ( Tourismusverband Oberes Rodachtal ) aufgezeigt. Da nicht jeder Eigentümer bereit sei, Wohnungen dauerhaft zu vermieten, wurden die Möglichkeiten einer touristischen Vermietung unter der Moderation von Margarita Volk-Lovrinovic (Kronach Creativ) und Sandra Heinz näher beleuchtet. Unter der Beteiligung von Frank Hauck und Elke Kuhnlein aus Steinwiesen sowie Georg Neubauer aus Nordhalben und Andreas Beetz aus Küps wurden Praxisbeispiele präsentiert, aktuelle Herausforderungen diskutiert und Potenziale der Region aufgezeigt. Wie sich zeigte, sind attraktive, qualitativ hochwertige Ferienwohnungen immer gesucht und auch gut gebucht. Die Vorteile der Region mit Natur, Ruhe und vor allem guten Wanderwegen sei ein Plus für die Vermarktung, die auf jeden Fall auch online erfolgen sollte. „Der Großteil der Buchungen läuft über das Internet, und wer dort heutzutage nicht präsent ist, wird nicht gefunden“, sagt Heinz. red