Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Stockheim informierte sich vor der Sitzung am Donnerstag über den Baufortschritt der Sanierung und des Umbaus des Herrenhauses der ehemaligen Katharinenzeche in Stockheim .

Das denkmalgeschützte ehemalige Wohn- und Verwaltungsgebäude wurde im Jahr 1847 erbaut und verkam seit der Schließung der einstigen Steinkohlenzeche St. Katharina im Jahr 1968 zum Leerstand. Das Haus hat große Bedeutung für die Bergbaugeschichte Stockheims und birgt erhebliches Potenzial. Ist es doch auch das letzte Relikt einer jahrhundertealten Bergbautradition in der Bergwerksgemeinde Stockheim .

Baustelle kostet Nerven

Einen Zwischenstand über die Mitte 2019 begonnene Baumaßnahme gaben vor Ort Architekt Jörg Detsch und Bürgermeister Rainer Detsch . Es hat sich bewahrheitet, was Diplomingenieur Jörg Detsch schon vor Beginn der Sanierung mutmaßte: In einem über 170 Jahre alten Gebäude können einen so manche Überraschungen erwarten, wenn man näher in die Bausubstanz geht. Auch Robert Pick vom Landesamt für Denkmalpflege äußerte seine Meinung: „Es hat den Anschein, als ob diese Baustelle einem einige Nerven abverlangt!“

Entmutigen lässt sich aber niemand, auch wenn der eine oder andere Stolperstein zu Bauverzögerungen führt, wie es momentan wegen Sicherungs- und Stabilisierungsmaßnahmen der Fall ist. Laut Jörg Detsch ist das aber nichts Außergewöhnliches und wird behoben. Bestrebt sei man auch, den Umbau und die Sanierung bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen zu haben.

Für die Nutzungsfläche auf den insgesamt 750 Quadratmetern wurde in Zusammenarbeit mit Vereinen in mehreren Workshops ein kreatives Konzept für die auf vier Geschosse verteilte Nutzfläche erarbeitet. Beginnend im Erdgeschoss werden hier die Besucher von einer Ausstellung und von Informationen sowie einer Bibliothek begrüßt. Im Obergeschoss bieten sich Räumlichkeiten für Vorträge, Seminare und Trauungen, für Kulturprogramm, Kleinkunstbühne, Lesungen, Kurse, Seminare und mehr. Das Dachgeschoss bietet auf seinen 130 Quadratmetern Spielbereiche, Archivflächen und Kreativraum, wobei das Hauptaugenmerk auf die Kinder gelegt wird. Von dem Charme und der Atmosphäre dieses Raumes waren alle begeistert.

Im Untergeschoss entsteht ein Gast-, Veranstaltungs- und Jugendbereich für maximal 40 Personen. Ein kleiner Küchenbereich, WC-Anlage für den vorgelegten Biergarten bieten weitere Variationsmöglichkeiten für gemütliches Beisammensein.

Im Rathaus ging die Sitzung weiter. Den Bauanträgen konnte unter Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes das gemeindliche Einvernehmen erteilt werden.

Kindergarten: Bedarf ist da

Zu Umbau, Erweiterung und Nutzungserweiterung des Kindergartens St. Wolfgang mit Kinderkrippe informierte der Bürgermeister, dass es noch weitere Gespräche mit allen Beteiligten geben werde. Der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen sei vorhanden und die Gemeinde werde sich der Herausforderung stellen, dazu zählten auch Erweiterungen im Außenbereich in Richtung Bolzplatz, was im ersten Bauabschnitt angegangen werden soll. Ein zweiter Bauabschnitt wird sich mit der Sanierung der Kinderkrippe befassen. Es sollen heuer im Oktober noch die Ausschreibungen erfolgen, so dass nächstes Jahr Baubeginn sein kann. Man rechnet mit voraussichtlichen Kosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro, wovon der Eigenanteil der Gemeinde rund eine Million Euro betragen wird.