Die Jubelkommunion in der Kronacher Stadtpfarrkirche war ein Ereignis von besonderer Freude . So konnten relativ viele Gläubige mit Abstand, Voranmeldung und Maske teilnehmen, mitsingen und einander begegnen. Pfarrer Thomas Teuchgräber begann den Gottesdienst mit einem Zitat der Schriftstellerin Elli Michler: „Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben, ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben. Zeit, sich zu freuen und zu lachen und wenn du sie nutzt, etwas daraus zu machen. Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken, nicht nur für dich selbst, sondern auch zum verschenken.“

Ein aktuelles Gleichnis

Anschließend sprach der Pfarrer über Jesus’ Gleichnis vom Sämann: Nach der Saat die Hände in den Schoß zu legen und zuzuschauen, dass man die Ernte irgendwann einfahren kann, genügte schon damals nicht. Zu allem gehöre auch viel Geduld sowie das Zugeständnis, dass sich manches anders entwickle als geplant, erklärte Teuchgräber.

In seiner Predigt verglich er Jesus’ Aussage mit Situationen im modernen Alltag. So möchten beispielsweise Eltern ihre Kinder möglichst schnell auf die Karriereleiter bringen, was nicht immer gelinge. In Unternehmen wollen die Verantwortlichen die Ergebnisse schon im Voraus kennen, was oft nicht möglich sei. Aber auch bei den Umstrukturierungen der Pfarreien gehe es vielen zu langsam. Gut Ding will Weile haben, laute deshalb ein wichtiger Satz. Wir Menschen seien jedoch allzu oft an schnellen Ergebnissen orientiert, gab der Stadtpfarrer zu bedenken und erklärte: Wenn man Wachstum jedoch zu schnell vorantreibe, richte man oft Schaden an. So brauche beispielsweise die Entwicklung zu einem reiferen Menschen sowie die Entwicklung im Glauben Zeit. Dennoch dürften die Hände dabei nicht in den Schoß gelegt werden. Wichtig sei es, ein gutes Vorbild zu sein und Vertrauen zu schaffen, betonte der Geistliche .

Auch in der Corona-Pandemie brauchen die Menschen Geduld. Selbst nach einer Impfung müsse man warten, bis diese wirksam sei. Da dies bei vielen Jubilaren bereits der Fall war, beziehungsweise einige bereits genesen sind, konnten am Ende des Gottesdienstes sogar Erinnerungsfotos vor der Kirche gemacht werden. rg