Im Innenhof des Wasserschlosses wurde acht Jungjägern der Jägerschlag erteilt. Den Jägerschlag erhalten Jungjäger nach bestandener Jägerprüfung als Zeichen der Aufnahme in die Jägerschaft. Der Vorsitzende der Kreisgruppe Kronach des Jagdschutz- und Jägerverbandes, Bernhard Schmitt, begrüßte zu dem Ritual neben den Jungjägern vor allem den Leiter der Jägerschule Kronach, Ewald Müller.

Schmitt nannte die Schwerpunkte der Ausbildung, die sich an den jagdlichen Bedürfnissen im Frankenwald und der angrenzenden Region orientieren. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Ansitz- und Bewegungsjagd auf die einheimischen Wildarten, das Schwarzwild, Reh und Rothirsch. Grundsätze der Hege, Reviergestaltung, die Arbeit mit dem Jagdhund und die rechtlichen Grundlagen würden in ruhiger, sachlicher Atmosphäre vermittelt. Vor der Jägerschlagerteilung informierte Kreisvorsitzender Schmitt, dass es früher Brauch gewesen sei, dass jeder neue Jäger ein Gelöbnis ablegen musste. Er möchte, dass die Jäger im Frankenwald nach diesem Gelöbnis ihr Waidwerk ausüben, und sprach deshalb stellvertretend für alle Jungjäger den Gelöbnistext: „Ich gelobe, mit offenem Herzen und bestem Willen in die Reihe der waidgerechten Jäger eingetreten zu sein, wohlwissend, dass mir damit eine Ehre widerfahren ist, der ich mich allzeit würdig erweisen will! Ich gelobe, die überlieferten, die geschriebenen und die ungeschriebenen Gesetze der Waidgerechtigkeit zu achten und die Gebote des Natur- und Tierschutzes zu befolgen und das jagdliche Brauchtum allzeit in Ehren zu halten. Ich will als Jäger vor allem Heger und Pfleger sein und die Vorbilder überlieferter Jägertreue und den Kameradschaftsgeist zur Richtschnur meines waidmännischen Lebens nehmen.“

Zum Ritual des traditionellen Jägerschlags gehören drei symbolische Schläge mit dem silbernen Waidblatt auf die Schulter mit den Worten „Der erste Schlag soll dich zum Jäger weih’n, der zweite Schlag soll dir Kraft verleih’n, zu üben stets das Rechte, und der dritte Schlag soll dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten“. Dazu wird den Jungjägern ein „Bruch“ (abgebrochener Zweig eines Baumes) zum Anstecken an seinen Hut überreicht, mit dem Spruch: „So nimm, Gesell, den grünen Bruch und beherzige den Jägerspruch: Es ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild.“

Festlich umrahmt wurde das Ritual vom Bläsercorps der Kreisgruppe Kronach. Folgende erfolgreiche Absolventen der Jägerprüfung wurden mit dem Waidblatt zum Jäger geschlagen: Noel Eckardt (Weidhausen), Christian Kraus (Effelter), Andreas Büttner (Kehlbach), Stefanie Völk (Kronach), Matthias Lang (Ruppen), Franziska Grampp (Neuses), Lorenz Schönmüller (Hesselbach) und Samuel Turta (Tschirn). Im Anschluss wurde der Jägerbrief als Zeichen der bestandenen Jägerprüfung überreicht. eh