Weißenbrunn  —  Der Bau- und Umweltausschuss befasste sich in seiner Sitzung am Dienstag im Mehrzweckhaus mit Angelegenheiten des Denkmalschutzes sowie mit Befreiungen von Bebauungsvorschriften zu einer Bauvoranfrage. Die Bauvoranfrage betraf den Bau eines Einfamilienhauses im Baugebiet "Thonbergsäcker II" in der Gemarkung Reuth.

Der Bau- und Umweltausschuss stimmt den beantragten Befreiungen bezüglich Einfriedung, Flachdach beziehungsweise Pultdach sowie Kniestockerhöhung und anthrazitfarbener Dacheindeckung zu. Man will Bauwilligen den Weg nicht durch Vorgaben verbauen. Vor etlichen Jahren seien diese zwar gut gemeint gewesen, heute hätten sich die Sachlage und die Ansprüche der Bauherren geändert. Denen werde sich das Gremium anpassen, erklärte Bürgermeister Jörg Neubauer und dankte den Räten für die Zustimmung zu den Befreiungen.

In diesem Baugebiet sind noch einige Baulücken frei und es ist sehr erfreulich, dass nun wieder Bewegung in dieses in ruhiger Lage befindliche Areal kommt. Ferner lag eine Anfrage vor, ob die Gemeinde ein angrenzendes Grundstück mit circa 18 Quadratmeter veräußern würde. Das Gremium beschloss, dieses Grundstück in Reuth nicht zu verkaufen.

Das Anwesen Braustraße 39 (Altes Wasserschloß) wurde von Holger Wack und Melanie Endres erworben. Aufgrund des schlechten Zustandes müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Nachdem es sich um ein Gebäude der Gebäudeklasse 4 handelt, ist für die Zustimmung der Maßnahmen der Bau- und Umweltausschuss zuständig. Am 23. November erhielt die Gemeinde einen Antrag nach Art. 6 und Art. 10 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz . Es wird die Beseitigung und Entrümplung der durch Feuchtigkeit zerstörten Materialien beantragt, um die für anstehende Sachgutachten notwendigen Untersuchungen (z.B. Statik) vornehmen zu können. Es geht hier zum Beispiel um verfaulte und von Feuchtigkeit beschädigte Verkleidungen, Balken , Böden und Putz sowie jüngere Baumaßnahmen aus den 1970er und 1980er Jahren (abgehängte Decken, provisorisch verlegte Rohre , Kabel etc.). Das Gremium beschloss, dem Antrag das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Auch einem Antrag auf denkmalschutzrechtliche Erlaubnis nach Artikel 7 des Denkmalschutzgesetzes für das gleiche Objekt wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Für die Sanierung soll das denkmalgeschützte Gebäude fachgerecht unterfangen und das Fundament ausgebessert werden. Hierzu soll mit Hilfe eines Baugrundsachverständigen/Geologen der Baugrund mit mehreren Schürfungen und Sondierungen begutachtet werden. Mit Hilfe eines archäologischen Sachverständigen sollen die Untersuchung sowie die Unterfangung vorbereitet werden.